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Celle Stadt Stiftung soll Schützenmuseum und Tradition Königsbilder-Malen sichern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stiftung soll Schützenmuseum und Tradition Königsbilder-Malen sichern
15:28 13.06.2010
Von Bernd Kohlmeier
Celle Stadt

Es war der 12. Mai 2006, als die damaligen Vorsitzenden der „Fünf vereinigten Celler Schützengesellschaften“ sowie der Oberste Hauptschaffer Detlev Doering durch ihre Unterschrift die Gründung der Museumsstiftung „Celler Schützenmuseum“ vollzogen. Ein Stiftungsgeschäft unter Lebenden, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Der Zweck der gemeinnützigen und selbstlos tätigen Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, Heimatpflege und Heimatkunde. Der Stiftungszweck soll insbesondere durch die Sicherung des Fortbestandes und des Erhalts des in dieser Form einmaligen Schützenmuseums sowie des Fortbestandes der Tradition des Erstellens eines Hauptkönigsbildes erfüllt werden.

Ausgestattet wurde die Stiftung mit einem Vermögen, das zum damaligen Zeitpunkt aus 81 Bildern mit einem geschätzten Wert in Höhe von 170000 Euro bestand. Diese Summe stellt jedoch lediglich den Versicherungswert, und nicht den für die Celler Schützen unermesslichen ideellen Wert der Königsbildgalerie dar.

Es war der auch über die Landesgrenzen hinaus bekannte Bildermaler Wilhelm Kricheldorff, der im Jahre 1900 helfen wollte, das etwas brach liegende Celler Schützenwesen zu reaktivieren. Dazu bot er an, alle künftigen Hauptkönige zu portraitieren.

Er hat seine Arbeit nicht nur angeboten, sondern bis 1938 auch 25 Hauptkönigsportraits erstellt. Damit wurde von Wilhelm Kricheldorff die – wie er später selbst sagte – Celler Königsbildgalerie geschaffen. Eine Galerie, die nach Einschätzung der Celler Schützen einmalig auf der Welt ist und als Kostbarkeit des Deutschen Schützenwesens bezeichnet werden darf.

Die Königsbilder befanden sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Königssaal des Städtischen Schützenhauses, fristeten zeitweise ein unwürdiges Dasein in Lagerräumen des Celler Schlosses, bis sie 1976, zum größten Teil jedenfalls, ihren würdigen Platz im Celler Schützenmuseum fanden. Einige Bilder befinden sich als Leihgabe in der Obhut der jeweiligen Hauptkönige.

Die Gründung des Museums erfolgte auf Initiative des damaligen Obersten Hauptschaffers, Dr. Rolf Wilkens-Sannemann.

Aber auch die Namen Hannes Rothers und Wolfgang Sauer dürfen in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, denn auch sie haben in der Gründungszeit tatkräftige Hilfe geleistet.

Das Schützenmuseum befindet sich heute nach mehreren Erweiterungen in zwei alten Bürgerhäusern der Stadt Celle, von denen eines an, das andere auf der alten Stadtmauer errichtet wurde. Es beherbergt neben der großen Königsbildgalerie eine Vielzahl von Dokumenten, Fahnen, Pokale, Königsorden und Schützenauszeichnungen der vergangenen Jahrhunderte des Celler Schützenwesens.

Seit Gründung haben zehn Künstler an der Erstellung der Portraits mitgewirkt und der Galerie durch die unterschiedlichen Sichtweiseisen und Stile ihren besonderen Charakter und Charme verliehen.