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Steinbilder Frauenkirche Dresden: Kunstausstellung im Celler Torhaus

15:47 19.07.2021
Von Klaus M. Frieling
Künstlerin Sabine Peiffer mit Steinbildern des Bildhauers Reinhard P. Kilies, die dieser aus Elbsandsteinblöcken der Dresdner Frauenkirche schuf, die beim Wiederaufbau nicht verwendet werden konnten.
Künstlerin Sabine Peiffer mit Steinbildern des Bildhauers Reinhard P. Kilies, die dieser aus Elbsandsteinblöcken der Dresdner Frauenkirche schuf, die beim Wiederaufbau nicht verwendet werden konnten. Quelle: Klaus M. Frieling
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Es geht ihr um Wiederbelebung, und das gleich in zweifacher Hinsicht: Mit einer Steinbilder-Ausstellung will die freischaffende Künstlerin Sabine Pfeiffer das lange vernachlässigte Torhaus neben Neuem Rathaus und Alter Exerzierhalle wieder mit Leben füllen. Bei der Vernissage am Samstag, 31. Juli, werden von 14 bis 20 Uhr zugleich die Werke des sächsischen Steinkünstlers Reinhard P. Kilies wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, die dieser aus alten, nicht mehr für den 2005 vollendeten Wiederaufbau verwendbaren Steinen der Dresdener Frauenkirche geschaffen hatte.

Aus Trümmern wird Kunst

In seiner Arbeit verband Kilies die Schönheit des Steins mit seiner Symbolik: Aus Ruinen geborgene Trümmer erhielten als Kunstwerke ein neues Gesicht und eine neue Bedeutung. Die vor mehr als 260 Jahren behauenen, von der Zeit patinierten, von Krieg und Brand zerbrochenen und geröteten Sandsteinstücke hatte Kilies neu aufgeschnitten, verbunden und mit Eisen-, Kupfer-, Messing- und Bleistücken ergänzt – und so Sinnbilder für Toleranz und Miteinander im wieder vereinten Deutschland geschaffen.

Auch eigene Werke wie die Skulptur „Facebook“ zeigt Sabine Peiffer. Quelle: Klaus M. Frieling

2018 war der damals 71-jährige Kilies dann ausgewandert – seine Kunstwerke blieben in Sachsen, wo sie nach Vermittlung durch die der Frauenkirche eng verbundene Cellerin Sigrid Kühnemann von Sabine Pfeiffer entdeckt und einem Galeristen abgekauft wurden.

Zehn Prozent für gemeinnützige Zwecke

„Mein Gedanke war: Ich nehm‘ die und mache was damit“, erzählt die Kriminalhauptkommissarin, die das Torhaus schon in ihrer Zeit als CDU-Vertreterin im Celler Stadtrat aus seinem „Dornröschenschlaf“ erwecken wollte. 60 Kilies-Steinbilder hat sie eingekauft und zeigt sie bei der Vernissage am 31. Juli gemeinsam mit eigenen Steinskulpturen. Zehn Prozent der Verkaufserlöse werden für gemeinnützige Zwecke gespendet, kündigt Künstlerin Sabine Pfeiffer an: „Jeder Käufer kann selbst benennen, wofür das Geld verwendet wird.“

Ex-Baudirektor der Frauenkirche vor Ort

Vielleicht ja auch zugunsten der Dresdener Frauenkirche, an deren Wiederaufbau viele Celler ihren Anteil gehabt haben und der Sigrid Kühnemann auch weiterhin eng verbunden ist. Natürlich wird sie auch bei der Vernissage im Torhaus anwesend sein und ein Grußwort sprechen. Und auch Eberhard Burger wird vor Ort sein, von 1996 bis 2005 Baudirektor für den Wiederaufbau der Frauenkirche, der dem Künstler Kilies das Material für seine Steinbilder zur Verfügung gestellt hatte.

Wer am Tag der Vernissage keine Zeit hat, kann sich bei Interesse in den folgenden Wochen per Telefon (0170) 4641259 bei Sabine Pfeiffer für eine Führung durch die Schau anmelden.

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