Steigende Preise

So sehr leiden Celler unter der Inflation

Ganz gleich ob an der Supermarktkasse, an der Zapfsäule oder auf der Stromrechnung: Die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel betreffen alle Celler.

  • Von Jana Wollenberg
  • 13. Juni 2022 | 20:39 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 13. Juni 2022 | 20:39 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Ganz gleich ob an der Supermarktkasse, an der Zapfsäule oder auf der Stromrechnung: Die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel betreffen alle, auch wenn sie – je nach Lebensumständen und Gewohnheiten – jeden Menschen unterschiedlich stark einschränken. Die CZ hat sich umgehört, wie die Celler mit der Situation umgehen und ob sie sich in bestimmten Lebensbereichen bereits einschränken mussten.

"Ich versuche jetzt generell, mehr Angebotsware zu kaufen", sagt Benjamin Schmidt, der an diesem Vormittag seinen Einkauf erledigt. "Und bei Sonderanschaffungen wird im Moment ein bisschen gespart." Einiges müsse unter Umständen mal ein- oder zwei Monate warten und mit Erspartem bezahlt werden. "Ich brauche neue Autoreifen", erzählt der 26-Jährige. Eigentlich hätte er diese schon im vergangenen Monat kaufen wollen, die Anschaffung aber auf Juni verschoben.

Beim Essen lässt sich nur begrenzt sparen

"Die Gehälter werden im Gegensatz zu allem anderen nicht mehr", gibt er zu bedenken. Einige Einkäufe, wie nötige Ersatzteile für das Auto, lassen sich aber nicht ewig herauszögern, auch für Menschen, die wie Schmidt von zu Hause aus arbeiten und dadurch nur wenig fahren. "Das heißt zumindest, dass ich bei den Fahrten zur Arbeit jetzt nichts oben drauf zahle", meint der 26-Jährige.

"Man kann ja nicht wirklich was machen", sagt eine Cellerin, "Essen kaufen muss ich trotzdem. Ich bin Studentin, da ist es natürlich nicht so einfach." Auf das Auto ist die 25-Jährige nicht angewiesen, bei Lebensmitteln macht sich die zusätzliche Belastung aber bemerkbar. "Ich habe früher schon auf Preise geachtet", meint sie – viel Potential, beim Essen weiter zu sparen, gebe es daher nicht. Besonders für Studierende, deren Familien sie nicht finanziell unterstützen können, könnte es derzeit eng werden, glaubt sie.

Benzin durch Tankrabatt nicht wesentlich günstiger

"Man ist natürlich bei allem ein bisschen sparsamer, ich schränke mich auch etwas ein", sagt eine Cellerin, die ebenfalls zum Einkaufen unterwegs ist. "Wo ich früher drei Pfund Erdbeeren gekauft habe, kaufe ich jetzt nur noch eins zum Naschen." Für sie persönlich sei der teure Sprit kein großes Problem, meint die Rentnerin, beruflich sei sie schließlich nicht mehr unterwegs. "Und weite Reisen mache ich ohnehin nicht mehr."

Den Unmut in ihrem Bekanntenkreis darüber, dass das Benzin nun doch nicht wesentlich günstiger ist als im Mai, kann sie aber durchaus nachvollziehen. Nachdem der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt nach dem 1. Juni kurz für Entlastung an der Zapfsäule sorgte, stiegen sie schon nach wenigen Tagen wieder. Am Montagvormittag zahlten Kunden an einigen Celler Tankstellen über zwei Euro für einen Liter Superbenzin.

Gesunde Ernährung wird immer teurer

Darüber ärgert sich auch Alina Kirschner. "Ich fahre 55 Kilometer zur Arbeit nach Celle", erzählt die 28-Jährige. "Das ist inzwischen ziemlich teuer. Ich schaue jetzt, dass ich etwas näher dran kriege." Beruflich ist sie auf das Auto angewiesen, ein Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr – und damit auch die Nutzung des Neun-Euro-Tickets – ist nicht so einfach möglich. "Ich arbeite in der Pflege im Schichtdienst", sagt sie. Gerade am frühen Morgen sei die Verbindung zu schlecht. "Das Neun-Euro-Ticket bringt mir da überhaupt nichts."

Auch beim Einkauf machen sich die steigenden Preise für Kirschner bemerkbar. "Früher habe ich nicht unbedingt auf Angebote geachtet", sagt sie. Das hat sich inzwischen geändert. "Wenn das Fleisch teurer wird, dann macht mir das nicht so viel aus. Aber gerade bei Obst und Gemüse finde ich es schlimm, wie teuer es geworden ist. Ich habe eine siebenjährige Tochter, da ist Obst und Gemüse eigentlich das A und O.", meint die 28-Jährige. Sie fürchtet, dass sich die Entwicklung der Lebensmittelpreise sich darauf auswirken könnten, wie gesund Eltern ihre Kinder ernähren können.