Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Stadt will hochkarätig besetzte Kommission einsetzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Stadt will hochkarätig besetzte Kommission einsetzen
13:39 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

In guter Erinnerung sind der Celler Politik noch die hitzigen Diskussionen, die vor drei Jahren entbrannten, als die unrühmliche NS-Vergangenheit des ehemaligen Oberbürgermeisters Ernst Meyer erstmals thematisiert wurde. Nachdem auch das Denkmal Kurt Blanke gefallen war, entschloss man sich im Celler Rat, sämtliche Straßennamen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Vorausschauend möchte man sich allerdings eine Debatte wie damals bei Ernst Meyer ersparen. Eine unabhängige Kommission soll daher ein Bewertungsgerüst erarbeiten. Das hat der Verwaltungsausschuss der Stadt jetzt entschieden.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) handelt hochkarätige Namen für die Besetzung dieses Gremiums. In dieser Woche hat das Neue Rathaus die Persönlichkeiten angeschrieben. Auf der Wunschliste stehen Margot Käßmann, die jüngst an die Spitze der Evangelischen Kirche Deutschlands gewählte Hannoveraner Landesbischöfin, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, der Vorsitzende des Landesverbands jüdischer Gemeinden, Michael Fürst, der Präsident des Staatsgerichtshofs Jörn Ipsen und der ausgewiesene NS-Geschichtsexperte Hans-Ulrich Thamer von der Universität Münster. Im Neuen Rathaus wartet man nun gespannt auf die Antworten.

„Angesichts der Bedeutung der Benennung von Straßen für die Bevölkerung der Stadt ist es dem Verwaltungsvorstand und den Fraktionsvorsitzenden unter dem Aspekt der Sicherstellung des sozialen Friedens in der Stadtgemeinschaft von besonderer Wichtigkeit, auch einen breit akzeptierten Bewertungsmaßstab für die notwendige Beurteilung der Fragen zu erhalten“, begründete Mende diesen Schritt. So würden nicht die eigenen moralischen Vorstellungen zur Grundlage einer Entscheidung gemacht.