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Celle Stadt St. Annenstift: Streit geht weiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt St. Annenstift: Streit geht weiter
12:50 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Der Betriebsrat des St.Annenstiftes und die Führer-Gruppe streiten sich vor Gericht.
Der Betriebsrat des St.Annenstiftes und die Führer-Gruppe streiten sich vor Gericht. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Der Kleinkrieg zwischen dem Betriebsrat des St. Annenstifts und der Unternehmensgruppe Burchard Führer aus Adelheidsdorf als Betreiber des Heims spitzt sich immer weiter zu. Nach dem jüngsten Urteil des Celler Arbeitsgerichts zur Versetzung des Betriebsratsmitgliedes H. zeichnet sich ab, dass die Arbeitgeberseite in Berufung geht und der Streit demnächst vor dem Landesarbeitsgericht in Hannover ausgetragen wird.

Nachdem ein Vergleich am Dienstag gescheitert war, urteilte Arbeitsgerichtsdirektor Günther Kreß, dass die Versetzung der Betriebsrätin H. an den Empfangsbereich des Stiftes rechtswidrig sei. Andere Anträge der Klägerin H. wies das Gericht zurück. Das heißt: H. hat keinen Anspruch auf ein eigenes Büro, muss weiterhin Briefe und Pakete annehmen und Telefondienste verrichten. Kreß leitete die Verhandlung, nachdem die Verteidigung der Führer-Gruppe Arbeitsrichter Burkhard Piel Befangenheit vorgeworfen hatte.

Der Verteidiger der Führer-Gruppe, Rejnder Frommhold, signalisierte, dass er in Berufung gehen wolle. Der Anwalt von H., Detlef Fricke, sprach von „unzumutbaren Arbeitsbedingungen“ am Counter des Stiftes. Das habe das Gericht festgestellt. Er bedauerte allerdings, dass seine Mandantin in den anderen Klagepunkten unterlag.

In der Verhandlung hatte Susanne Führer als Vertreterin der Arbeitgeberseite den Umbau des Heims und damit die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit einem Tresen verteidigt: „Wir wollen eine freundliche Ansprechpartnerin im Eingangsbereich.“ Dies gehöre zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen dazu. „Wir müssen aber auch die Kosten im Griff behalten.“ Man habe schließlich ein heruntergewirtschaftetes Heim übernommen. Betriebsrätin H. sagte zur Situation am Counter: „Es ist ein Kommen und Gegen. Es rauscht alles an mit vorbei.“

●Tarifgespräche stocken: Das juristische Hickhack hat mittlerweile dazu geführt, dass die Tarifverhandlungen zwischen der Führer-Gruppe, die deutschlandweit Altenheime unterhält, und der Gewerkschaft ver.di auf Bundesebene ins Stocken geraten sind. „Da geht es momentan nicht weiter“, sagte Uwe Koßmann, ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Krankenhäuser, Altenheime und Kirchen. „Da gibt es große Schwierigkeiten.“