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Celle Stadt Sporthallen: Kaum Förderung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sporthallen: Kaum Förderung
12:49 13.06.2010
Celle Stadt

Ein guter Tag für den niedersächsischen Sport sei das. So sieht es der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinrich Langspecht, als er gestern mitteilte, dass die Sporthalle an der Grundschule in Wathlingen mit 574000 Euro aus dem Sportstättenbauprogramm des Konjunkturpaketes II gefördert wird.

In Wathlingen wird das wohl ähnlich gesehen. Die übrigen Verwaltungschefs, deren Anträge abgelehnt wurden, teilten die optimistische Einschätzung des heimischen Landtagsabgeordneten nicht. Unterlüß, Bergen, Sülze, Lachendorf. Sie und die Anträge einiger anderer Celler Kommunen sowie alle Projekte des Landkreises für das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums, die Örtzetalhalle in Hermannsburg und der Turnhalle der Pestalozzischule in Celle wurden abgeschmettert.

Besonders stört einige Verwaltungschefs, dass mit dem Geld aus Hannover nicht nur Schulsporthallen, sondern auch Leistungszentren wie das Reitsportzentrum Luhmühlen im Speckgürtel von Hamburg und das Sportleistungszentrum in Hannover mit jeweils drei Millionen Euro gefördert werden. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagte Lachendorfs Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke. „Der wirtschaftlich stärkste Raum werde auch noch gefördert, das mache ihn rasend, sagte Warncke. Die Samtgemeinde Lachendorf hatte für die Hallen der Grundschulen Eldingen und Hohne Geld aus dem Konjunkturprogramm beantragt.

Beide Hallen sind aus dem Jahr 1977, „mit Glasbausteinen und allem was man falsch machen konnte“, so Warncke. Den Hinweis aus dem Ministerium, Gelder aus der pauschalen Zuweisung für die Sporthallen zu verwenden, ist für Lachendorf nicht hilfreich. „Das Geld setzten wir in den Schulen ein“, sagte Warncke. Bergens Bürgermeister Rainer Prokop meinte, dass Ergebnis zeige, dass „die oft geforderte Stärkung des ländlichen Raumes nicht stattfindet. Stattdessen werden Leuchttürme gefördert“. Der SPD-Landtagsabgeordnete Rolf Meyer bezeichnete die beiden Millionenprojekte „als Luxusbedarf.

Ministerium weist Kritik zurück: Im Innenministerium hält man diese Einwürfe für unberechtigt. Zum einen hat es laut einem Sprecher 800 Anträge gegeben, so dass nicht alle berücksichtigt werden konnten. Deshalb wurden nur Hallen gefördert, die vor 1965 gebaut wurden. Zum anderen müsse auch der Spitzensport gefördert werden, weil von den Leistungszentren positive Effekte für den Breitensport ausgingen.

Von Tore Harmening