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Celle Stadt Schwieriger Weg zum Frieden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwieriger Weg zum Frieden
13:34 13.06.2010
Celle Stadt

Ein amerikanischer Friedensnobelpreisträger, der einen terrorverdächtigen Landsmann – ganz wörtlich genommen – auf die Abschussliste setzt: US-Präsident Barack Obama sorgt wieder einmal für Aufsehen. Dabei ist die Entscheidung, einen in den USA geborenen und gegenwärtig im Jemen untergetauchten Hassprediger zur gezielten Tötung „freizugeben“, eigentlich nicht überraschend.

Spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sehen sich die Vereinigten Staaten im Krieg mit dem islamistischen Terrorismus. Das hatte Georg W. Bush ganz offen so formuliert und sein Nachfolger hat diese Einschätzung übernommen. Natürlich setzt Obama zum Teil andere Akzente: Er will künftig auf Folter verzichten und auch das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba irgendwann einmal schließen. Aber vor der militärischen Auseinandersetzung mit El Kaida scheut er wie Bush nicht zurück. Und dazu gehört eben auch die gezielte Tötung von Drahtziehern und Hintermännern des Terrors – auch wenn diese selbst nie zur Waffe gegriffen haben.

Natürlich weiß Obama: Rein militärisch ist der Kampf gegen den Terror nicht zu gewinnen. Aber ohne den Einsatz von Bomben und Raketen, Soldaten und unbemannten Drohnen eben auch nicht. Das mögen Friedensidealisten – ebenso wie Obama – bedauern. Aber der amerikanische Präsident ist eben auch ein Politiker, der den Realitäten ins Auge sieht. Dass der Friedensnobelpreisträger sein Ziel, langfristig eine Welt mit weniger Waffen zu schaffen, nicht aus den Augen verloren hat, zeigen seine – offenbar erfolgreichen –­ Bemühungen um eine weltweite atomare Abrüstung. Michael Regehly

Von Michael Regehly