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Celle Stadt Schwache Schüler früh fördern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schwache Schüler früh fördern
23:12 23.06.2010
Celle Stadt

Bildung, Bildung und noch einmal Bildung. Darin, so lassen es uns Politiker in Sonntagsreden und auf einschlägigen „Gipfeln“ immer wieder wissen, liegt die Zukunft unseres Landes. Wie schwierig es aber ist, die theoretische Erkenntnis in 16 Bundesländern zwischen Nordsee und Alpen gerecht umzusetzen, verdeutlicht nicht erst die neue gestern vorgelegte Vergleichsstudie zu den Fähigkeiten von Schülern der Klassenstufe neun in Fächern wie Deutsch und Englisch.

Dass Herkunft eines Kindes, Elternhaus, soziale und finanzielle Möglichkeiten bei gleicher Kompetenz und Leistung immer noch mitentscheidend sind für den Aufstieg in der Schule, ist ein Skandal. Er bestand und besteht darin, dass die Kinder von Eltern mit weniger Geld und weniger eigener Bildung geringere Chancen auf den Besuch eines Gymnasiums haben als zum Beispiel die Sprösslinge gut betuchter Akademiker. Vor allem konservative Schulpolitiker aus den Reihen von Union und FDP bauen Hürden hier nach wie vor eher auf als ab, indem sie am dreigliedrigen Schulsystem festhalten.

Statt Kinder am Ende der Grundschule in Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten zu „sortieren“, sollten die schwachen Schüler frühzeitig gezielt gefördert werden, damit sie den Anschluss nicht verpassen. Dazu bedarf es nicht nur kleinerer Klassen und guter Lehrer. Auch „starke“ Schüler könnten den schwächeren helfen, wenn sie denn mit ihnen zusammenblieben.

Ideologische Gründe lassen dies bisher nicht oft zu, weil viele Eltern sich ausschließlich um das Wohl der eigenen Kinder sorgen. Andererseits steigt die Zahl jener Mütter und Väter, die für ihren Nachwuchs eine Gesamtschule bevorzugen.

Von Hans-Jürgen Galisch