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Celle Stadt Sorge um Unterrichtsversorgung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Sorge um Unterrichtsversorgung
06:00 09.05.2019
Von Gunther Meinrenken
Foto: Wie steht es um die tatsächliche Unterrichtsversorgung. Genaue Zahlen dazu werden angeblich nicht erhoben.
Wie steht es um die tatsächliche Unterrichtsversorgung. Genaue Zahlen dazu werden angeblich nicht erhoben. Quelle: Peter Steffen
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Celle

Der tatsächlichen Unterrichtsversorgung auf den Grund gehen wollte die Celler FDP für die Grundschulen im Stadtgebiet. Doch daraus wird nichts, denn solche Daten werden nirgendwo erfasst. Ist das gewollt? Diese Vermutung beschleicht so langsam den FDP-Fraktionsvorsitzenden Joachim Falkenhagen: "Dass die tatsächliche Unterrichtsversorgung in unserem statistikversessenen Land nicht erhoben wird, das mag ich nicht glauben. Das Land hat die gesetzliche Aufgabe, unseren Kindern Bildung zu vermitteln. Dann muss es sich aber auch vergewissern, dass es diese Aufgabe erfüllt. Tut es das nicht, handelt es aus meiner Sicht pflichtwidrig – oder interessiert das die Ministerialbürokratie nicht?“

Alarmierende Zahlen

Wie dem auch sei, müssen sich die Celler Liberalen und auch die Eltern mit den offiziellen Zahlen begnügen, die die Landesschulbehörde erhebt. Doch auch die sind in den Augen von Falkenhagen schon alarmierend genug. Denn demnach sind einige Grundschulen in Celle unterversorgt.

Schulen unterversorgt

Die Landesschulbehörde misst zwar die Unterrichtsversorgung – allerdings nur auf dem Papier. Zu einem bestimmten Stichtag – zuletzt am 23. August vergangenen Jahres – wird der Stundenplan mit den vorhandenen Lehrkräften verglichen. Daraus ergibt sich der Grad der Unterrichtsversorgung. Nach der "aktuellen" Erhebung stellt sich die Situation wie folgt dar: Altencelle 92,9 Prozent, Groß Hehlen 93,6 Prozent, Hehlentor 96,5 Prozent, Klein Hehlen 97,9 Prozent, Garßen 98,7 Prozent, Bruchhagen 99,2 Prozent und Heese-Süd 99,5 Prozent.

Zahlen ohne Wert

Auf den ersten Blick sehen diese Werte nicht dramatisch aus. Doch: "Hierbei sind nicht berücksichtigt die Ausfallzeiten, die erst im Laufe des Schuljahres entstehen und sich unter anderem aus Entlastungsstunden für Kommissionsarbeiten, längerfristige Erkrankungen, Schwangerschaften, Elternzeiten, Vätermonate, Abordnungen, Fachberatung, Einzelprojekte und so weiter ergeben", merkt Martin Tietje, Ortsratsmitglied der FDP in Altencelle, an. Diese Ausfallzeiten würden die tatsächliche Unterrichtsversorgung weiter verschlechtern. "Da können dann aus 92,9 Prozent schnell nur 80 Prozent werden", so Tietje.

Schulbehörde bessert nach

An den betroffenen Schulen möchte man nicht so gerne über das Thema reden. Teilweise heißt es, dass die Landesschulbehörde nach dem Stichtag die Unterversorgung behoben habe. Das sagt auch Bianca Schöneich, Pressesprecherin der zuständigen Landesschulbehörde in Lüneburg. "An vielen Schulen, die unter 100 Prozent lagen, hat es noch Nachsteuerungen durch Abordnungen und/oder Vertretungsverträge gegeben, so dass an allen Grundschulen die Verlässlichkeit in diesem Schuljahr gesichert ist."

Falkenhagen traut der Sache nicht richtig. Er hat jetzt bei der Stadt nachgefragt, wie es um die tatsächliche Unterrichtsversorgung an den Celler Grundschulen bestellt ist.

Christian Link 08.05.2019
Benjamin Behrens 08.05.2019
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