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Celle Stadt IGS: Zweiter Anlauf auf Oberstufe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt IGS: Zweiter Anlauf auf Oberstufe
17:02 04.01.2019
Von Gunther Meinrenken
Foto: Der Wunsch nach einer eigenen Oberstufe ist an der Celler Gesamtschule ungebrochen.
Der Wunsch nach einer eigenen Oberstufe ist an der Celler Gesamtschule ungebrochen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Hoch kochten die Emotionen, als der Kreistag im Dezember 2017 den Antrag der Celler Gesamtschule auf eine gymnasiale Oberstufe ablehnte. Über 200 Eltern von IGS-Schülern waren damals zum Kreistagssaal gekommen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Debatte wurde immer wieder von Zwischenrufen unterbrochen. Die Oberstufen-Gegner in den Reihen der Politik ließen sich davon nicht beeindrucken. Mit 36:21 Stimmen wurde der Antrag abschlägig beschieden.

Eltern lassen es sachlicher angehen

Das Thema ist damit allerdings nicht von der Tagesordnung verschwunden. Der Wunsch der Gesamtschul-Eltern, dass ihre Kinder Abitur machen können, ohne nach der 10. Klasse auf ein Gymnasium wechseln zu müssen, besteht weiterhin. Nur jetzt lassen es die Erziehungsberechtigten sachlicher angehen.

Carsten Rusitschka, Vorsitzender des Schulelternrats der IGS, der damals auch mit Landrat Klaus Wiswe (CDU) persönlich aneinandergeraten war, lässt durchblicken, dass hinter den Kulissen Gespräche geführt werden, die Anlass zu Hoffnung geben könnten. Mehr möchte er nicht verraten. Nur so viel: "Die Eltern wollen nach wie vor, dass die IGS eine eigene Oberstufe erhält", so Rusitschka.

SPD stellt Antrag auf Oberstufe

Auch Meike Kerker, Leiterin der Celler Gesamtschule, hält sich bedeckt. Sie bestätigt lediglich, dass im Schulvorstand ein eindeutiges Votum gefallen sei. Demnach sei die Schulleitung beauftragt worden, erneut eine Oberstufe zu beantragen. Unterstützung erhält die IGS dabei von der Kreistags-SPD. Diese hat in der letzten Sitzung des Gremiums vor Weihnachten bereits einen Antrag gestellt, wonach der Kreistag die Verwaltung beauftragen soll, bei der Landesschulbehörde "die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule Celle zum Schuljahresbeginn 2020/2021 zu beantragen".

IGS mit Oberstufe steigert Attraktivität des Landkreises

Zu diesem Zeitpunkt würden die ersten Schüler der IGS das zehnte Schuljahr beenden. Ihnen solle die Möglichkeit eines nahtlosen Übergangs zu einer Oberstufe an der IGS geboten werden. "Eine integrierte Gesamtschule, die, wie im Schulgesetz vorgesehen, die Stufen 5 bis 13 umfasst und alle allgemeinbildenden Bildungsabschlüsse anbietet, würde zudem die Attraktivität des Landkreises und der Stadt Celle für junge Familien erhöhen, da dann alle schulischen Angebote vorgehalten werden", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Mathias Pauls.

SPD hofft auf Umdenken der Oberstufen-Gegner

Pauls "kann die ideologische Ablehnung der CDU nicht nachvollziehen" und hofft auf ein Umdenken in den Reihen der Oberstufen-Gegner und "auf die Einsicht des einen oder anderen, dass es notwendig ist, dass diese Gesamtschule eine eigene Oberstufe bekommt. Der Zulauf zur Gesamtschule ist ungebrochen hoch. Es wird einfach Zeit", so Pauls.

IGS-Oberstufe an Burgzentrum "nicht umsetzbar"

Doch ein Umdenken ist das eine, die örtlichen Gegebenheiten am Schulzentrum Burgstraße, das sich die IGS mit dem Gymnasium Ernestinum teilt, das andere. "Eine eigene Oberstufe der IGS am Standort Burgstraße ist nach wie vor räumlich nicht umsetzbar. Um Kindern der Gesamtschule den Übergang in eine Oberstufe zu erleichtern, favorisiert die Kreisverwaltung aus diesem Grund eine Kooperation mit einem anderen Gymnasium", erklärt Schulamtsleiter Reinhard Toboll. Interessanterweise ist in diesem Zusammenhang beim Landkreis explizit vom Ernestinum als Kooperationspartner nicht mehr die Rede.

IGS bräuchte halbes Jahr Vorbereitungszeit

Bleibt noch die zeitliche Komponente. Nach Angaben von IGS-Leiterin Kerker würde man etwa ein halbes Jahr brauchen, um die Voraussetzungen für eine gymnasiale Oberstufe an der Gesamtschule zu schaffen. Das bedeutet, eine Entscheidung der Politik müsste spätestens bis Ende des Jahres erfolgen. Das sollte machbar sein. "Der SPD-Antrag wurde am 21. Dezember in den Kreistag eingebracht und zur weiteren Behandlung in den Schul- und Kulturausschuss überwiesen. Im Rahmen des weiteren Procedere findet eine erneute inhaltliche Prüfung des Antrages statt, in die dann aktuelle Erkenntnisse einfließen werden. Angesichts des Zeitablaufes seit der Einbringung ist derzeitig eine Einschätzung zur zeitlichen Behandlung in den Gremien des Kreistages noch nicht möglich", so Toboll.

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