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Celle Stadt Schulen: Celler Eltern fürchten Kahlschlag
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schulen: Celler Eltern fürchten Kahlschlag
15:31 13.06.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

Als Landrat Klaus Wiswe (CDU) freimütig darüber spracht, dass angesichts sinkender Schülerzahlen mindestens eine Celler Hauptschule zur Disposition stehe, dürfte er dabei die Altstädter Schule im Auge gehabt haben, doch Stadtelternrats-Vorsitzender Jörg Paczia befürchtet, dass in den Schubladen der Kreisverwaltung Pläne für einen regelrechten Kahlschlag in der städtischen Schullandschaft schlummern: „Da könnte noch viel mehr auf uns zukommen. Man munkelt, dass auch Heese-Süd und Wietzenbruch Kandidaten für einschneidende Maßnahmen seien könnten.“

Paczia erinnert an der Wirbel erinnert, den der Landrat im April 2009 ausgelöst hatte, als er ankündigte, in Celle eine Kooperative Gesamtschule (KGS) einrichten zu wollen: „Herr Wiswe hat aus dem Thema KGS anscheinend nur wenig Lehren gezogen. Hier werden Eltern aufs Neue verunsichert, obwohl noch nichts Konkretes feststeht. Wahrscheinlich war es zu erwarten, dass eine Hauptschule in der Stadt Celle geschlossen wird. Jedoch kommt es darauf an wie man dieses nach außen kommuniziert.“

Entscheidungen wie die nun anstehenden dürften nicht ohne die Eltern gefällt werden, so Paczia: „Sicherlich wird sich die Schullandschaft verändern, jedoch wäre es wünschenswert die Eltern in diesen Prozess mit zu integrieren. Auch in der Stadt Celle wünschen wir eine Einbeziehung der entsprechenden Gremien – jedoch rechtzeitig.“ Der Stadtelternrat würde es sehr begrüßen, die Trägerschaft für die Schulen in der Stadt Celle wieder in den Händen der Stadt Celle zu wissen, so Paczia.

Das hatte die Celler SPD gefordert. Deren Ratsfraktions-Geschäftsführer Joachim Schulze nennt Wiswe „äußerst schlitzohrig“: „Der recht coole Hinweis des Landrates, der Kreis würde die Schulen ja finanzieren, ist natürlich ein politischer Witz. Im Jahre der Übertragung der Trägerschaft auf den Kreis im Jahre 2004 wurde die Kreisumlage von 50 auf 53 Punkte erhöht. Und da die große selbstständige Stadt Celle 50 Prozent des Gesamtkreisumlageaufkommens finanziert, war dieses auch mit der Preis für die Umgestaltung der Trägerschaft. Nicht der Landkreis zahlt allein für die Schulen, sondern vornehmlich die Bürger der Stadt Celle im Rahmen der Kreisumlage.“