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Celle Stadt Schreiben des Betriebsrats sorgt für Zündstoff
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Schreiben des Betriebsrats sorgt für Zündstoff
13:04 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Am AKH hängt der Haussegen schief.
Am AKH hängt der Haussegen schief. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Wenn heute der Aufsichtsrat des AKH zusammentritt, dürfte vor allem ein Thema für Aufregung sorgen, das voraussichtlich unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles“ abgehandelt wird. Dabei geht es um einen Brief des Konzernbetriebsrats, in dem die beiden Vorstandsmitglieder Friedhelm Bartels und Stephan Judick in ein schlechtes Licht gerückt werden. Hintergrund ist ein Seminarangebot der Bartels Consulting GmbH, das auch an Mitarbeiter des AKH weitergegeben wurde – zumindest zwischenzeitlich.

Am 9. Oktober hat der Konzernbetriebsratsvorsitzende Ernst-Günter Mörsel die Mitglieder des Aufsichtsrats über die „Weiterbildung in der AKH-Gruppe“ in einem Schreiben informiert. Darin heißt es: „In den Krankenhäusern der AKH-Gruppe wurden pflegerische Leitungskräfte mündlich aufgefordert, an einem Seminarangebot der Bartels Consulting GmbH zwischen November 2009 und Februar 2010 teilzunehmen.“ Die Kosten pro Person beliefen sich auf 2950 Euro. „Anbieter dieses Seminars“, so heißt es weiter, „ist die Bartels Consulting GmbH und als Referenten für dieses Seminar wurden die beiden Vorstandsmitglieder Dr. Bartels und Stephan Judick angekündigt.“ Mörsel weist in dem Schreiben darauf hin, „dass im AKH-Konzern eine Gesundheitsakademie besteht, die Fort- und Weiterbildungen organisiert und durchführt.“ Zudem sei dem Konzernbetriebsrat „jetzt auch aufgefallen, dass eine seit Jahren angebotene Weiterbildung zur Klinischen Kodierfachkraft als Ausbildung der Celler Gesundheitsakademie in Kooperation mit der Fa. Bartels Consulting GmbH angeboten wird.“

Auch wenn Mörsel es in dem Schreiben vermeidet, den beiden Vorstandsmitgliedern Bartels und Judick direkt ein unlauteres Verhalten zu unterstellen, bleibt zwischen den Zeilen dieser Eindruck hängen. Im Vorfeld der heutigen Sitzung sprechen zwei angeschriebene Aufsichtsratsmitglieder, die ihren Namen nicht nennen wollten, im Hinblick auf die Beteiligung von Vorstandsmitgliedern an dem Seminarangebot von einer „auf den ersten Blick unglücklichen Konstellation“.

Das Schreiben des Konzernbetriebsrat hat schon jetzt für gehörige Verstimmung innerhalb des Vorstands geführt. Denn, so teilte Stephan Judick mit: „Der Betriebsrat ist von uns schon seit langem darüber informiert worden, dass wir die Fortbildung für unsere Mitarbeiter in Eigenregie durchführen werden.“

Nach Angaben von Judick habe er während seines Studiums der Gesundheitsökonomie sein Wissen immer wieder an die Teamleitungen im Hause weitergegeben. Von dieser Seite aus sei der Wunsch nach Fortbildungen formuliert worden. Als Bartels dies mitbekommen habe, habe dieser ein Konzept entwickelt und Judick gefragt, ob er als Referent auftreten will. Unter der Maßgabe, den Aufsichtsrat um Erlaubnis zu fragen, habe er zugesagt. Bartels habe daraufhin einen Entwurf für einen Flyer entwickelt, den Judick an die Pflegedienstleitungen weitergeschickt habe. „Die Resonanz war so groß, dass wir im Vorstand entschieden haben, eine solche Fortbildung im eigenen Haus zu organisieren“, erklärte Judick. Das sei auch dem Betriebsrat mitgeteilt worden. Und bei den Kursen für Kodierfachkräfte sei das AKH beteiligt: „Seit 2003 haben wir damit einen sechsstelligen Gewinn gemacht“, so Judick.

Am Allgemeinen Krankenhaus herrscht dicke Luft zwischen dem Konzernbetriebsrat und den Vorstandsmitgliedern Friedhelm Bartels (links) und Stephan Judick. Fotos: Müller(2)

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