Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Weihnachtsmärchen "Momo" wegen Corona als Film
Celle Aus der Stadt Celle Stadt

Schlosstheater Celle: Weihnachtsmärchen Momo wegen Corona jetzt als Film

09:00 15.12.2020
Im Nirgendhaus erklärt Meister Hora (Thomas Wenzel) Momo (Pia Noll), was Zeit bedeutet.
Im Nirgendhaus erklärt Meister Hora (Thomas Wenzel) Momo (Pia Noll), was Zeit bedeutet. Quelle: Schlosstheater Celle
Anzeige
Celle

Das Schlosstheater ist unter die Filmemacher gegangen. Corona und die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie hat das Celler Theater, wie alle Kunstschaffenden und Veranstalter, schwer getroffen. Durch den Lockdown musste in diesem Jahr– trotz hoher Sicherheitslogistik im Sommer – der Spielbetrieb zum zweiten Mal eingestellt und alle Aufführungen bis auf Weiteres abgesagt werden. Auch das bereits in den Proben befindliche „Weihnachtsmärchen“ fiel und fällt der verlängerten Schließung zum Opfer. Ein Umstand, den Andreas Döring und sein Ensemble so nicht stehen lassen wollten. Not macht erfinderisch, und aus einer Idee wurde ein Filmprojekt.

Enttäuschung statt Adventsvergnügen

Normalerweise erreicht das traditionelle Winter-Kinderstück im Dezember 12.000 Kinder und rund 4000 Familienmitglieder. Ganze Schulklassen buchen jedes Jahr die Vormittagsaufführungen, Eltern und Großeltern haben den Besuch des „Weihnachtsmärchens“ im Celler Schlosstheater fest auf ihrer Adventsvergnügen-Liste. Die Enttäuschung, das Stück nun doch nicht, wie geplant, auf die Bühne bringen zu dürfen, teilt die gesamte Crew des Theaters mit ihren Zuschauern.

Das Waisenmädchen Momo kämpft gegen eine Übermacht von Zeitdieben,die den Menschen ihre Lebenszeit und damit die Freude am Leben rauben wollen.

Schon der Beginn der Pandemie – mit der Einschätzung möglicher Auswirkungen – hatte Andreas Döring im Frühjahr den angedachten Spielplan für die kommende Spielzeit noch mal überarbeiten und anpassen lassen. Auch die Entscheidung, zu diesem Jahresende mit „Momo“ von Michael Ende ein anspruchsvolles Kinder- und Jugendstück in das Programm zu stellen, war davon beeinflusst: „Wir haben kein typisches Weihnachtsstück ausgesucht, sondern ein zeitloses, das auch thematisch sehr gut in diese Zeiten passt. Es wird auch im Januar, wenn wir es dann hoffentlich auf der Bühne spielen dürfen, nichts an seiner Aktualität verlieren“. Auf der Bühne wie im Roman kämpft das Waisenmädchen Momo gegen eine Übermacht von Zeitdieben, die grauen Herren. Diese Mächte des Bösen rauben den Menschen ihre Lebenszeit und damit die Freude am Leben. Mit persönlichem Mut und der Hilfe guter Mächte gelingt es Momo, die grauen Herren zu vernichten.

Momo für die ganze Familie

So lange müssen die Zuschauer aber nicht warten. Nachdem die verlängerte Schließung die erhoffte Premiere von Momo verhindert hat, entschied sich das Schlosstheater für eine ungewöhnliche Lösung: einen Film aus dem Stück zu machen. Döring: „Wir haben hervorragende Schauspielerinnen und Schauspieler, die darauf brennen, loslegen zu können und das Publikum zu erreichen. Wir erzählen Geschichten – mit Momo für die ganze Familie. Der Theaterfilm des Schlosstheaters will der Entwöhnung mit Verwöhnung antworten. Mit unserer Filmversion können wir Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen diese Geschichte – und auch das Schlosstheater selbst – nach Hause bringen. Dieser Film wird damit auch zu einem Zeit-Dokument im Zuge von Corona.“

Der Film verspricht gemeinsam zu erlebendes Vergnügen in professioneller Filmqualität. Der Text ist der Text der Bühnenfassung – entspricht insoweit vollständig dem Original. Gleichzeitig bindet der Dreh auch das Schlosstheater und seine Bühne als Spielort in besonderer Weise mit ein. Es ist keine abgefilmte Bühneninszenierung, sondern ein eigenes Produkt. Der geschlossene Theaterraum wird analog zum verlassenen Amphitheater im Roman selbst zum Gegenstand der Erzählung. Durch die nahen Aufnahmen kommen die Zuschauer viel näher an das Geschehen heran. Die Kamera und der Ton bieten Perspektiven, die bei einer „normalen“ Aufführung nicht geboten werden können. Eine Entschädigung für das Fehlen echter Theateratmosphäre und das Erlebnis, unmittelbar dabei zu sein, wenn Schauspieler das Stück „in echt“ für ihr Publikum spielen.

Mit einer Filmfirma, die sich auf Theaterproduktionenspezialisiert hat, wurde im Schlosstheater gedreht.

Gedreht wurde mit einer professionellen Filmfirma, die sich auf Theaterproduktionen spezialisiert hat. Die Extrakosten konnten aus einer Sonderförderung gegenfinanziert werden. Im Wesentlichen aber hat das Schlosstheater-Team selbst den Hauptanteil der Arbeit am Film geleistet: Neben den Darstellern verfügt das Theater über hochqualifizierte Fachkräfte für Ton und Licht. Auch die Nachbearbeitung und Nachvertonung übernahm das Haus. Ausstatter Marc Mahn hatte schon für die Bühnenfassung diverse Effekt-Videos mit Schauspielern produziert, die nun auch in die Filmfassung mit eingebunden wurden. Die Filmregie übernahm Andreas Döring.

Hier geht es zum MOMO-Theaterfilm-Teaser:

Das Schlosstheater zu Hause genießen

Der Film "Momo" ist ein fantastisch-fantasievolles Angebot zur Überbrückung dieser kulturarmen Theater-Verbots-Zeiten. Mit ihm verbunden aber ist auch die Bitte um Unterstützung. Denn ohne Aufführungen auf der Bühne bleibt auch die Theaterkasse leer. Intendant Andreas Döring: „Es kann ein beiderseitiger Gewinn sein – auf den wir hoffen: Vom 15. Dezember bis zum 14. Januar ist dieser wunderbar gelungene und einmalige Theaterfilm anzusehen.

Hier geht es zum Film Quelle: Schlosstheater Celle

Dieser Theater-Film ist zu erreichen über den Barcode oder diesen Link. Dort gibt es einen Zugang über Pay Pal oder über das Konto des Schlosstheaters, um zum Theater-Film zu gelangen.

Von Doris Hennies

Andreas Ziesemer 15.12.2020
Benjamin Behrens 15.12.2020
Gunther Meinrenken 14.12.2020