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Celle Stadt Altstädter Schule wird ab Sommer saniert
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Sanierung von Haesler-Gebäude: Das soll sich bei Altstädter Schule verändern

17:00 29.04.2021
Von Jürgen Poestges
Stadtbaurat Ulrich Kinder, Esther Wiglenda von der Hochbauplanung und Kreisrat Frank Reimchen (von links) vor der Altstädter Schule.
Stadtbaurat Ulrich Kinder, Esther Wiglenda von der Hochbauplanung und Kreisrat Frank Reimchen (von links) vor der Altstädter Schule. Quelle: David Borghoff
Celle

Sie soll irgendwann einmal wieder aussehen wie früher. „Für die Sanierung haben wir uns viel vorgenommen“, sagt Stadtbaurat Ulrich Kinder und zeigt auf die Altstädter Schule, die von Otto Haesler gebaut wurde. „Und wie das bei denkmalgeschützten Gebäuden so ist, soll möglichst viel der Substanz erhalten bleiben.“ Seit einem Jahr gehört die Schule dem Landkreis. „Aber aufgrund der Dinge, die wir als Stadt bereits investiert haben, werden die Sanierung zusammen durchführen.“

Fördergelder für Altstädter Schule

3,5 Millionen Euro hat es an Fördergeldern gegeben, die gleiche Summe müssen Stadt und Landkreis aufbringen. In den Sommerferien sollen die Bauarbeiten beginnen und ein Jahr dauern. Und in zwei Jahren soll die Sprachheilschule aus Hambühren an den neuen Standort umziehen. Die Schule wurde in den Jahren 1926 bis 1928 als Volksschule geplant und gebaut.

Merkmale von Otto Haesler bei Sanierung herausarbeiten

Besonders die unvergleichlichen Merkmale der Schule sollen herausgearbeitet werden. „Es ist ein helles, lichtdurchflutetes Gebäude, das soll auch so bleiben“, erklärt Kinder. So muss ein Aufzug an das Gebäude angebaut werden. „Da haben wir lange überlegt, wo wir den am besten hinbauen“, sagt Kinder. „Letztlich aber haben wir gemeinsam mit Kreisrat Frank Reimchen und Esther Wiglenda von der Hochbauplanung eine gute Lösung gefunden.“ Der Aufzug wird in den südöstlichen Raum an die Wand zum Treppenraum gelegt und befindet sich damit brandschutztechnisch im Treppenraum. Die Lage des Aufzuges wurde mit der Denkmalbehörde abgestimmt.

Neue Lüftung versteckt einbauen

Die Flur-Enden aller Geschosse waren unverbaut, so dass je Flur eine Blickachse durch das gesamte Gebäude verlief. Ein paar Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes trennte man diese Zonen mit Wänden zu Räumen ab. Die Flur-Enden werden jetzt wieder geöffnet, so dass zukünftig die Blickachsen wieder freigelegt ist.

Eine weitere Hürde, wenn auch im Nachhinein keine sehr große, ist die moderne Lüftung, die im Rahmen der Sanierung eingebaut werden muss. „Da will man ja auch nicht, dass dieses Teil irgendwo im Wege steht“, sagt Kinder lachend. Nun ist ein Raum gefunden worden, in dem sie „versteckt“ werden kann. „Nun müssen wir uns für die Lüftungsrohre noch eine Lösung einfallen lassen. Sie sollen ja die Optik auch nicht stören.“

Ehemalige Schulküche wird zum Werkraum umgebaut

Eine neue Funktion erhält die ehemalige Schulküche. „Sie wurde schon seit langer Zeit nicht mehr genutzt, von der gesamten Einrichtung ist nichts mehr da. Als die Küche nicht mehr gebraucht wurde, ist das Inventar ausgebaut worden“, erklärt Wiglenda. Die Lehrküche stellte ein Alleinstellungsmerkmal dar und ist aktuell nicht mehr erkennbar. Der Raum wurde verkleinert und weiter als Küche genutzt, jedoch ist die bauzeitliche Möblierungsstruktur und das Farb- und Materialkonzept nicht mehr vorhanden. Der Raum soll zum Werkraum umgebaut werden und die Raumstruktur wieder erlebbar machen. „Die neue Möblierung mit Werkbänken, Waschbeckenzeile vor den Fenstern und Materialschränken im hinteren Bereich soll die bauzeitliche Besonderheit des Raumes wieder zum Vorschein bringen“, erklärt Reimchen.

Festhalle für 250 Personen geplant

Ganz besonders am Herzen liegt allen Beteiligten aber der Sport- und Veranstaltungsraum. „Er war früher ein richtigen Prunkstück“, sagt Reimchen. Im Laufe der Jahre wurde er mit Holz verkleidet und die Decke tiefer gezogen. Diese Festhalle im Zentrum der Schule wird reaktiviert und als Sport- und Festhalle als Versammlungsstätte für 250 Personen, in Anlehnung an den bauzeitlichen Zustand wiederhergestellt.

Alle Fenster werden gegen Holzfenster und zum Teil Kastenfenster in Anlehnung an das bauzeitliche Erscheinungsbild ausgetauscht. An der West- und Ostfassade und den Aufenthaltsräumen an der Südfassade wird ein Sonnenschutz installiert.

Gunther Meinrenken 29.04.2021
Christian Link 29.04.2021