Kriminalität

SPD: "Ist Celle sicher genug? Sicherlich nicht"

Auch wenn die Zahl den Fälle sinkt, beunruhigt Kriminalität viele Celler. Darüber will die SPD in einem Ratsausschuss diskutieren.

  • Von Michael Ende
  • 28. Okt. 2020 | 13:26 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 28. Okt. 2020 | 13:26 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Celles SPD-Ratsfraktionschef Patrick Brammer bleibt dabei: Es lohne sich durchaus, sich auch in Ratsgremien über Kriminalität und deren Ursachen zu unterhalten. Die Tatsache, dass sowohl CDU als auch FDP und Grüne dem SPD-Antrag zur Stärkung der Inneren Sicherheit und Prävention in der Stadtpolitik nicht folgen möchten , sei deren "gutes Recht". Brammer fragt: "Ist Celle sicher genug? Sicherlich nicht. Jede schwere Straftat ist genau eine zu viel."

Zahlen allein reichen nicht

Brammer zitiert aus der Kriminalitätsstatistik 2019. Dort heißt es: „Die Anzahl der registrierten Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Celle ist im Jahr 2019 auf 11.806 Fälle angestiegen (2018: 10.714).“ Auch der SPD-Fraktion sei klar, dass die Auswertung von Statistiken häufig mit sehr unwissenschaftlichen Interpretationen einhergehen könne. Sichere Aussagen, die den momentanen tatsächlichen Ist-Zustand beschreiben, seien allein aufgrund von Zahlen aber immer schwierig, so Brammer: "Für das Jahr 2020 gibt es eine erste Tendenz, dass die Zahl der Straftaten insgesamt rückläufig ist. Das ist erfreulich und ein erster Schritt in die richtige Richtung."

"Jeder einzelne Fall genau einer zu viel"

Die SPD sei aber der festen Überzeugung, dass Kriminalität auch bei sinkenden Fallzahlen ein Thema sein müsse und eben auch in den städtischen Gremien zu besprechen sei, so Brammer: "Insbesondere die Bereiche Raub, Diebstahl, Straßenkriminalität, häusliche Gewalt, Drogendelikte und Gewalt gegen Polizeibeamte machen uns aber nach wie vor Sorge. Selbst wenn hier in allen Bereichen ein Rücklauf zu verzeichnen wäre, ist jeder einzelne Fall genau einer zu viel."

Jugendhilfe einbinden

Mit dem Antrag zur Stärkung der Bereiche „Innere Sicherheit“ und „Prävention“ äußerten die Sozialdemokraten ihre generelle Sorge und böten einen Lösungsansatz an, der seinen Anteil an zukünftig weiter sinkenden Fallzahlen leisten könne, so Brammer. "Gerade auch vor dem Hintergrund der allein an diesem Wochenende gemeldete Straftaten wie der schweren Köperverletzung in Garßen als auch dem vermutlich bewaffneten Überfall am Großen Plan sehen wir weiter einen akuten Handlungsbedarf an städtischer Prävention und enger Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe des Landkreises, deren Expertise auch in den von uns geforderten Ausschuss gehört." So zeige man auch die "größte fachliche Wertschätzung" der Kollegen vom Jugendamt, auf deren Fachkenntnis das neue Rathaus leider verzichtet habe.

Noch sicherer ist besser als sicher

Brammer: "Der SPD-Fraktion liegt sehr viel an einer sachlichen Beratung unseres Antrages in den städtischen Ratsgremien. Wenn die anderen Ratsfraktionen weiterhin der Meinung sind, dass Celle sicher genug ist, dann würden wir uns sehr gerne dazu anbieten, unsere Heimatstadt noch sicherer zu machen."