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Regen bringt Blitzeis nach Celle

19:44 15.02.2021
Von Christian Link
Am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag muss auf den Straßen im Landkreis Celle mit Glatteis gerechnet werden.
Am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag muss auf den Straßen im Landkreis Celle mit Glatteis gerechnet werden. Quelle: Tore Harmening (Archiv)
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Celle

Nachdem die Straßenmeistereien im Landkreis Celle wochenlang gegen Schneemassen gekämpft haben, folgt nun die nächste Herausforderung für den Winterdienst: Nach mehreren Frostnächten ist der Schnee am Montag in Regen umgeschlagen. Auf dem eiskalten Boden gefriert der Niederschlag und führt zu Glatteis. Insbesondere Geh- und Radwege sind gefährlich rutschig.

Quelle: Screenshot: DWD

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Montag im Landkreis Celle und in vielen weiteren Regionen Deutschlands vor gefährlichem Glatteis. Für die Abendstunden rechnen die Meteorologen im östlichen Niedersachsen außerdem mit neuen Schneefällen. In der Nacht zu Dienstag soll der Niederschlag von Westen her nachlassen.

Quelle: Screenshot: DWD

Blitzeis hat kaum Auswirkungen im Kreis Celle

In den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Leer, Helmstedt und Osnabrück fiel der Präsenzunterricht am Montag aus. In der Stadt Hannover schickten die Schule die Kinder früher nach Hause. Im Kreis Gifhorn wurde "aufgrund extremer Eisglätte" ab 18.30 Uhr der ÖPNV eingestellt. Auf Celle und Umgebung hatten Regen und überfrierende Nässe dagegen am Montag kaum Auswirkungen. Das Nahverkehrsunternehmen CeBus setzte seinen Betrieb fort. Ein Ausfall des Präsenzunterrichts war zumindest am Montag bei der Kreisverwaltung kein Thema.

S-Bahn Celle-Hannover fährt nicht

Während sich bei Metronom die Verkehrslage am Montag wieder normalisiert hatte, führte die Kälte bei der Deutschen Bahn zu Zugausfällen. Davon betroffen ist auch die S-Bahn-Linie 6 Celle-Burgdorf-Hannover/Hbf. "Der Betrieb ist bis Mittwoch, 17. Februar, Tagesende eingestellt", vermeldete die Bahn. Die S-Bahn 7 über Lehrte verkehrt allerdings weiterhin zwischen Celle und der Landeshauptstadt.

Fragen und Antworten zur Streupflicht in Celle

Wo muss geräumt und gestreut werden?

Auf Gehwegen und kombinierten Geh- und Radwegen in einer Breite von mindestens einem Meter. Bei Straßen, die keinen Gehweg haben, ist auf jeder Seite ein 1 Meter breiter Streifen am Rand freizuhalten. Zudem sind die Gossen bzw. Rinnsteine, Einläufe und Hydranten schnee- und eisfrei zu halten.

Wann muss geräumt und gestreut werden?

Schnee muss werktags von 7.00 bis 20.00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 9.00 bis 20.00 Uhr nach Beendigung des Schneefalls geräumt werden. Glätte ist im gleichen Zeitraum nach dem Entstehen zu beseitigen. Ist über Nacht Schnee gefallen, muss werktags bis 7.00 Uhr, sonn- und feiertags bis 9.00 Uhr geräumt und bei Bedarf gestreut werden.

Quelle: David Borghoff

Womit darf gestreut werden?

Bei Glätte ist mit Sand oder abstumpfenden Mitteln zu streuen, damit ein sicherer Weg vorhanden ist. Chemikalien dürfen nicht verwendet werden; Streusalz nur in Ausnahmefällen und an besonders gefährlichen Stellen auf Geh- und Radwegen – zum Beispiel Treppen, Gefällestrecken oder ähnlichen Abschnitten.

Wer muss das Streumittel beseitigen?

Die Winterdienstpflichtigen müssen die Streureste selbst beseitigen.

Wohin mit dem Schnee?

Schnee und Eis dürfen nur so gelagert werden, dass der Verkehr auf der Fahrbahn und dem Geh- und Radweg nicht behindert oder gefährdet
wird. Das bedeutet, dass der Schnee auf dem eigenen Grundstück zu lagern ist, wenn die verbleibende Breite des Gehweges 1,5 Meter unterschreitet.

Viel langsamer und mehr Abstand: Auto fahren bei Glätte

Besonders an Tagen mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, können die Straßenverhältnisse durch wechselndes Tauen und Frieren unberechenbar glatt werden. Bei extremer Glätte helfen auch Winterreifen und elektronische Helfer wie Antiblockiersystem (ABS) oder das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) nicht mehr weiter, so der ADAC. Wird vor Blitzeis oder Eisregen gewarnt, raten der Auto Club Europa (ACE) und der ADAC dazu, die Fahrt lieber zu verschieben und das Auto stehen zu lassen.

Blitzeis bildet sich besonders schnell in schattigen Bereichen, etwa in Waldpassagen oder aber auch auf Brücken. Die überfrierende Nässe ist aber leider kaum zu erkennen und tritt plötzlich auf. Nebel und Raureif auf Bäumen könnten laut ADAC aber Hinweise sein.

Generell gilt bei Glätte: Tempo drosseln und an die Situation anpassen. Und mehr Abstand zu den Vorausfahrenden halten. Denn das verschaffe genug Zeit für den bis zu fünfmal längeren Anhalteweg, informiert der ACE. Es gilt nun besonders mit Gefühl zu lenken und zu bremsen.

Bei einer Gefahrenbremsung oder einem unkontrolliertem Rutschen sollte mit ABS und ESP an Bord dagegen voll gebremst aber so gefühlvoll und so wenig wie möglich gelenkt werden.

Ist genügend Abstand zum Hintermann vorhanden, kann bei entsprechend niedriger Geschwindigkeit ab und an durch leichtes Anbremsen geprüft werden, ob und wie glatt es ist.

von dpa

Svenja Gajek 15.02.2021
Marie Nehrenberg-Leppin 15.02.2021