Reaktion auf Maßnahmen

Nigge fordert mehr Vertrauen in die Bürger

Ab Montag gibt es weitere Corona-Beschränkungen. So hat Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge auf die bevorstehenden Maßnahmen reagiert.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 29. Okt. 2020 | 12:06 Uhr
  • 14. Juni 2022
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  • 29. Okt. 2020 | 12:06 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Mit Unverständnis hat der Celler Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge auf die jüngsten Ergebnisse der Konferenz von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin zu den neuerlichen Corona-Beschränkungen reagiert. „Die Infektionszahlen nachhaltig zu senken ist unser aller Ziel, dennoch müssen wir die Verhältnismäßigkeit wahren. Es ist nicht Aufgabe der Politik mit Pauschalisierungen und teils widersprüchlichen Maßnahmen eine Kultur der Angst zu erschaffen, sondern mit den Bürgern auf Augenhöhe und mit Augenmaß Lösungen zu finden“, so Nigge.

Schließung der Gastronomie ein Problem

Laut RKI gibt es keine Evidenz dafür, dass die Speisegastronomie ein erhöhtes Ansteckungsrisiko berge. „Es ist weiterhin erlaubt, dass sich zwei Haushalte mit bis zu 10 Personen treffen dürfen. Wie kann man den Menschen dann aber vermitteln, dass sie nicht unter Einhaltung von strengen Hygieneregeln gastronomische Angebote in Anspruch nehmen können?“ Die Schließung der Gastronomiebetriebe treibe die Menschen in das private Umfeld wo es laut RKI ein hohes Ansteckungsrisiko gäbe.“ Es sei an den Bürgerinnen und Bürgern selbst, jetzt die Notbremse zu ziehen und im eigenen Interesse auf die Einhaltung der maßgeblichen Schutzregeln zu achten.

Nach Beherbergungsverbot nächste Fiasko?

Nigge weiter: „Die Gastronomie und das Veranstaltungs- und Gastgewerbe haben mit großem Aufwand und hohen Kosten die strengen Hygienebedingungen umgesetzt. Sie nun für das Fehlverhalten einiger weniger in Kollektivhaftung zu nehmen, ist inakzeptabel.“ Viel wichtiger erachtet Nigge die Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen für den Bürger. „Aktionismus im Sinne eines Höher, Schneller, Weiter verstärkt das zunehmende Unverständnis und schwächt die gemeinsamen Bemühungen, die Lage in den Griff zu bekommen. Ein Fiasko wie bei den Beherbergungsverboten darf es kein zweites Mal geben. Die sich ständig verändernden Maßnahmen und beinahe täglichen oft widersprüchlichen Aussagen von Politikern und Experten, führen zu Frustration und geben den Bürgern keine Orientierung.

Infektionsschutz ist Sache der Landesregierung

Nigge sieht den Ball jetzt im Spielfeld der Landesregierung. „Ich vertraue darauf, dass die Landesregierung die Vereinbarungen in Niedersachsen wie bereits zuvor mit Augenmaß umsetzt, um wirksamen Infektionsschutz zu gewährleisten und gleichzeitig die Betroffenen vor den Konsequenzen zu bewahren. Wir dürfen die Bürger nicht bevormunden, sondern müssen ihre Selbstverantwortung stärken “, so Nigge abschließend.

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