Radfahren in Celle

Fahrradoffensive nimmt Fahrt auf

In diesem Jahr soll es für Radfahrer in Celle weitere Verbesserungen geben. Das plant die Stadt bei der Fahrradoffensive.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 29. Jan 2022 | 16:30 Uhr
  • 12. Jun 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 29. Jan 2022 | 16:30 Uhr
  • 12. Jun 2022
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Celle.

Poller weg und veränderte Parkbuchten – in der Schuhstraße gibt es jetzt mehr Platz für alle Verkehrsteilnehmer. Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) war der Bereich schon seit Langem ein Dorn im Auge. „Die Straße ist zu eng, wenn sich dort Autofahrer und Radfahrer begegnen, wird es gefährlich, besonders für Kinder“, so Nigge, der von „Shared Space“ spricht, ein Verkehrskonzept, das in den 1990er Jahren in den Niederlanden entwickelt wurde, und das darauf beruht, dass Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sich ohne regelnde Verkehrszeichen den Straßenraum teilen. Durch die neue Ausrichtung der Parkplätze, die jetzt längs und nicht mehr schräg ausgerichtet sind, bedeutet das für die Schuhstraße nicht nur „Shared Space“, sondern vor allem „More Space“.

Nigge zieht positive Zwischenbilanz

Die recht unkomplizierte Umgestaltung des Verkehrsraums in der Schuhstraße ist Teil der Fahrradoffensive von Nigge, die in diesem Jahr richtig Fahrt aufnehmen soll. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren 19 Fahrradstraßen geschaffen, 40 Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet und über fünf Kilometer Schutzstreifen angelegt. Da kann man wirklich stolz drauf sein“, sagt Nigge. Dazu käme noch eine deutliche Ausweitung der Abstellplätze für Fahrräder am Bahnhof und in der Innenstadt.

Stadt Celle nimmt weitere Hauptrouten in Angriff

In diesem Jahr solle der Fahrradaktionsplan weiter abgearbeitet werden. In erster Linie bedeute das die Einrichtung der Hauptrouten, auf denen die Radfahrer sicherer und schneller in die Innenstadt gelangen könnten. „In Altencelle haben wir bereits angefangen, jetzt ist Altenhagen an der Reihe“, berichtet Verkehrsplaner Jörg Frohnert. Die Strecke über den Altenhäger Kirchweg werde an Lachtehäuser Straße mit einer modernen Videodetektion ausgestattet. Sprich: Die Radfahrer werden bei der Anfahrt über eine Kamera erfasst und entsprechend die Ampel auf Grün geschaltet. „Dann können die meistens Radfahrer durchfahren“, so Frohnert.

Vorrang für Radfahrer am Prinzengarten

„Das bedeutet auch, dass die Radfahrer am Prinzengarten Vorrang erhalten. Wenn etwas für den Radverkehr machen wollen, dann ist das so“, ergänzt Nigge, der sich auch zu den üppigen Markierungen der Fahrradstraßen , von denen in diesem Jahr zwölf weitere eingerichtet werden sollen, äußert: „Gerade durch die roten Flächen sind die Autofahrer alarmiert. Das geht mir auch so, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin.“

Stadt lässt sich Verbesserung für Radverkehr einiges kosten

Für die Verbesserung des Radverkehrs nimmt die Stadt für 2022 auch richtig Geld in die Hand. Geplant sind unter anderem die Asphaltierung der Radverbindungen auf der alten Bahntrasse zwischen Burgstraße und Wilhelm-Hasselmann-Straße und auch des Radwegs am Fuhsekanal zwischen Luftbrückenstraße und Marienwerderallee. Die Gesamtkosten für beide Projekte liegen bei 390.000 Euro, 312.000 Euro davon könnten als Zuschüsse fließen. Außerdem soll die Kreuzung Harburger Straße/John-Busch-Straße fahrradfreundlicher gestaltet werden. Kosten: 480.000 Euro, die voraussichtlichen Zuschüsse liegen bei 160.000 Euro.

Verkehrsplaner basteln an Lösung für Thaerplatz

Tüchtig tüfteln werden die Verkehrsplaner in diesem Jahr, um die Fahrradstraße Trift-Thaerplatz zu planen, eine Umsetzung wäre für 2023 vorgesehen. Knackpunkt des Projekts ist die viel befahrene Kreuzung mit der Mühlenstraße, einer der am stärksten belasteten Verkehrsknoten der Stadt. Zwei Millionen Euro soll das Vorhaben kosten, etwa eine Million Euro betragen die Zuschüsse. Aber Nigge macht auch eines ganz deutlich: „Das Projekt ist kein Selbstgänger. Das Auto ist immer noch das meist genutzte Verkehrsmittel. Sollte es zu Verschlechterungen für die Autofahrer kommen, werde ich es nicht machen.“

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Wer Anregungen für weitere Verbesserungen im Radverkehr geben möchte, kann sich per E-Mail wenden an andreas.jürss@celle.de.