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Rad-Serie: Das bietet 25-Kilometer-Tour in Celles näherer Umgebung

13:00 28.07.2021
Quelle: Jochen Strehlau
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Celle

Zu einer Feierabendtour namens „Fahrt ins Blaue“ hatten ADFC und VCD diesmal zum Start an den Teich im Französischen Garten eingeladen. Das klingt erst einmal unspektakulär und nur mäßig aufregend. Denn was sollte an einer gerade einmal 25 Kilometer langen Runde schon spannend sein? Was sollte es schon groß zu entdecken geben? Vielleicht hat diese Gedanken der eine oder andere Mitfahrer anfangs in sich getragen. Doch welchen Reiz, welche Überraschungen und welcher Zauber ein kleiner Fahrradausflug in die nähere Umgebung Celles haben kann, war am Ende der rundum gelungenen Tour allen 15 Teilnehmern bewusst.

Radtour um Flugplatz Wietzenbruch

„Auf diesen Touren bewegen wir uns fernab der vielbefahrenen Straßen. Wir benutzen schöne Nebenwege und zeigen auf, wieviel Abwechselung man als Radfahrer auf nur wenigen Kilometern haben kann“, erklärt Tourleiterin Ulrike Eggers. Und schnell zeigt sich, dass die Route, die sich konkret als weiträumige Fahrt um den Flugplatz Wietzenbruch entpuppt, seine Überraschungsmomente parat hat. Schon der Einstieg in die Tour ist geschickt gewählt.

Vielbefahrune Starßen wurden gemieden, die B3 in Westercelle nur gequert. Quelle: Jochen Strehlau

Die Gruppe überquert die Fuhsebrücke am Celler Freibad, bewegt sich dann auf dem „Reitbahn“ genannten Pfad, um „Im Werder“ wieder herauszukommen. Über die Bernstorfstraße und Mittelstraße geht es Richtung Westerceller Sportplätze. Davor wird scharf rechts abgebogen, über den Vogelberg erreicht man die B3 und danach ist das Thema „Autoverkehr“ auch schon erledigt. Ab jetzt wird es für die Teilnehmer interessant.

Für Corinna und Dietrich Pals mit ihren High-End-Treckingrädern war die Tour ein Klacks. Quelle: Jochen Strehlau

Landfrau versorgt Radfahrer kostenlos mit Keksen

„Es ist verrückt. Ab Westercelle war die Strecke für mich als Cellerin auf einmal völlig unbekannt. Diesen Weg durch die schöne Landschaft nach Dasselsbruch bin ich das erste Mal in meinem Leben Gefahren“, sagt Irene Hohlweg. Eine weitere positive Überraschung erwartet die Radler bei der ersten Rast an der Dasselsbrucher Schutzhütte. Hier hält Landfrau Annemarie Stüber seit eineinhalb Jahren für Radfahrer und Wanderer kostenlos Wasser, Kekse und Kaffee zum Selbstmachen bereit. Eine tolle Idee und ausgesprochen nette Geste. Auch das Ehepaar Corinna und Dietrich Pals aus Winsen macht gerne von diesem Angebot Gebrauch. Beide sind mit hochwertigen Trekkingrädern unterwegs, die nachträglich mit einem E-Antrieb ausgerüstet wurden.

Mit Schwung ging es über die Bahnüberführung bei Dasselsbruch. Quelle: Jochen Strehlau

Strecke führt in Region Hannover

Die Räder wurden sogar von einem professionellen Bikefitter optimal auf die Körpergrößen der Eheleute eingestellt. „Meine Rückenschmerzen sind jetzt Vergangenheit. Unserer großen Tour entlang der Weser steht nun nichts mehr im Wege“, freut sich Mittvierzigerin Pals. Auf gut befestigtem Wegen führt die gemütliche Tour durch Wald und Wiesen bald in die Region Hannover – und die beginnt ja bereits wenige Kilometer hinter Wietzenbruch. Doch obwohl die Gruppe ja eigentlich nur einen „Katzensprung“ von Celle entfernt ist, könnte man „gefühlt“ auch ganz woanders sein. Oder wem war vorher schon Wulfshorst mit dem dazugehörigen Reiterhof, an dem man vorbeifährt, bekannt? Richtig – niemanden.

Einmal kurz Luftaufpumpen und dann geht‘s gleich leichter rollend weiter. Quelle: Jochen Strehlau

Laubwald statt Autos auf der L310

Um das Fahren auf der L310 Richtung Fuhrberg, die einmal überquert werden muss, zu vermeiden, führt der Weg kurzzeitig über eine nicht ganz so gute Wegstrecke. Doch dafür entschädigt der malerische Laubwald in den die tiefstehende Sonne ein tolle Lichtspiele malt. Hier beißen die Bremsen fleißig zu. „Wenn man schneller als 18 Stundenkilometer fährt, können diese Blutsauger einem nichts anhaben“, weiß Liegeradfahrer Helmut Weber. Doch von dieser Geschwindigkeit ist die Gruppe, die sich bald an Maisfeldern vorbei Richtung Neustädter Holz bewegt, weit entfernt. Man kreuzt den Bruchweg zwischen Fuhrberger Landstraße und Hambühren und nähert sich dem Ortsrand Wietzenbruch.

Was für ein fantastisches Licht. Fast wie im Märchenwald. Quelle: Jochen Strehlau

Ziel ist Waldwirtschaft "Alter Kanal"

Nur wenige Minuten später ist das Ziel, die Waldwirtschaft Alter Kanal, erreicht. Die Stimmung ist gelöst und fröhlich. Ein erstaunliches Phänomen ist zu beobachten: Menschen die sich vorher nicht kannten, haben innerhalb von zweieinhalb Stunden ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Und die allgemeine Begeisterung über diese vermeintlich unspektakuläre Tour ist echt. „Super war das und wunderschön. Von dieser Strecke kannte ich gar nichts“, spendet Elisabeth Mieke aus Hambühren Applaus. „Das war die optimale Radtour. Ohne Autos an der frischen Luft durch den Wald – einfach wunderbar“, findet Leopold Tyczynski aus Klein Hehlen.

Der Ortsrand Wietzenbruch ist erreicht. Nur noch ein paar Minuten bis zur Waldwirtschaft Alter Kanal. Quelle: Jochen Strehlau

Feierabendtour mindestens einmal im Monat

Tourleiterin Ulrike Eggers freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen. „Mit solchen Touren wollen wir den Menschen zeigen, dass 25 Kilometer Fahrradfahren wirklich nicht schlimm sind. Und in der Gemeinschaft fällt das Radfahren natürlich leichter. Grundsätzlich wollen wir die Leute dazu animieren rauszukommen und einfach eine Runde auf dem Rad zu drehen“, führt Eggers aus. Ihr Plan ist es, mindestens einmal im Monat eine Feierabendtour anzubieten. Noch mehr als eine Stunde sitzt die Gruppe locker plaudernd bei Speis und Trank zusammen. Radfahren verbindet eben.

Von Jochen Strehlau

AUSBLICK AUF NÄCHSTE RADTOUR

Schon am kommenden Wochenende stehen die nächsten beiden Touren auf dem Programm. Am Samstag um 20 Uhr geht es mit Hans Lilie (mobil 0173-9969697) „Zu den verborgenen Plätzen von Celle“. Am Sonntag, 1. August, Start 10 Uhr, heißt die von Ulrike Eggers (mobil 0170-7305419) geführte 30 Kilometer lange Tour „Osterbruch – Monte Kali – Fuhse Aue“. Anmeldungen werden erbeten unter radtouren@adfc-celle.de.

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