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Celle Stadt "Raben" heizen Cellern ein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Raben" heizen Cellern ein
19:00 30.12.2015
Die kräftige, professionell vorgetragene Musik ließ die rund 200 Fans zur Musik tanzen.
Die kräftige, professionell vorgetragene Musik ließ die rund 200 Fans zur Musik tanzen. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Der lateinische Begriff „Corvus Corax“ bedeutet Kolkrabe und entstand, als die Gründungsmitglieder kurz vor der Wende aus der DDR flohen und dabei ihren handzahmen Kolkraben zurücklassen mussten. Aber „Kolkrabe“ steht natürlich auch einer Band gut, die Musik spielt, die dem Mittelalter nachempfunden ist. Raben hatten in jener Zeit eine besondere Bedeutung, auch in der Mystik.

"Corvus Corax" bedient mit seiner Musik die so genannte „Mittelalterszene“, und in dieser Szene gehört die Band zu den Stars. Das war schon daran zu erkennen, dass sich auf den Parkplätzen zahlreiche Fahrzeuge aus den umliegenden Landkreisen fanden.

In der Grundbesetzung spielte "Corvus Corax" mit zwei Schlagzeugen, einer Trommel, zwei Schalmeien und zwei dudelsackähnlichen Sackpfeifen auf. Dazu wurde bei den meisten Stücken auch mehrkehlig gesungen. Diese Besetzung machte klar, dass bei dem Auftritt griffige Rhythmen und kräftige Töne im Vordergrund stehen würden, zumal das „Festgelage der Spielleute“ im Zentrum des Programms stand. Da waren musikalische Feinheiten eher weniger gefragt.

Aber wenn die Gruppe dann richtig mit ihren Schalmeien, Sackpfeifen und Drums loslegte, dann war das mitreißend und das Publikum geriet in Bewegung. Die „Könige der Spielleute“, wie sich die Musiker auch nennen, boten auf der Bühne viel Abwechslung. Dazu gehörten nicht nur die Tanzeinlagen, sondern auch die Vielzahl an Instrumenten, die zusätzlich zur Standardbesetzung eingesetzt wurden, darunter die angeblich „größte Drehleier“ der Welt, wie Leadsänger und Moderator „Castus Rabensang“ (Karsten Liem) erklärte.

Zu den meisten Liedern gab Liem einige einleitende Erläuterungen. Das war auch nötig, denn "Corvus Corax" sang kaum auf Deutsch, sondern zünftig in eher fremden Sprachen wie Altnordisch, Altenglisch oder Lateinisch. Da kaum jemand diese Sprachen beherrscht, spielten sie auch keine herausragende Rolle, wenngleich da schillernde Themen auftauchten wie der „Rabenfraß“ oder das Leitthema „Weib, Wein und Gesang“ (Venus, Vina, Musica).

„Trinkt vom Met, vom Bier, vom Wein! Alles, ja alles, muss ausgetrunken sein!“, reimten sie, und die Kurzfassung der Botschaft formulierte Castus Rabensang so: „Sauft!“

Von Peter Bierschwale