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Celle Stadt So wird Völkermord an Eziden aufgearbeitet
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Projekt Gemeinsam erinnern für die Zukunft arbeitet Genozid an Eziden auf

16:36 26.11.2020
Von Christopher Menge
In Celle wurde immer wieder an den Genozid an den Eziden in Sengal erinnert.
In Celle wurde immer wieder an den Genozid an den Eziden in Sengal erinnert. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Celle

Für das Kooperationsprojekt "Gemeinsam erinnern für die Zukunft" der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und des Vereins "Women for Justice" sind am Donnerstag Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro vom Bund zur Verfügung gestellt worden. Das haben die Celler Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) und Kirsten Lühmann (SPD) mitgeteilt.

Genozid an Eziden in Region Sinjar durch Islamischen Staat

Der im August 2014 begangene Genozid an Eziden durch den Islamischen Staat (IS) in der Region Sinjar (Irak) ist bis heute weder im Irak noch in einem anderen Land wissenschaftlich dokumentiert und justiziell geahndet worden. Ziel des nun geförderten Projektes ist die Schaffung einer Dokumentationsstelle mit besonderem Fokus auf den Erinnerungen von Überlebenden des Genozids. Dazu sollen im Rahmen des Projektes Interviews mit Überlebenden durchgeführt werden.

Kirsten Lühmann: Völkermord ist Verbrechen gegen Menschheit

„Ich unterstütze das Projekt von ganzem Herzen, denn Völkermorde sind Verbrechen gegen die Menschheit und nicht nur die direkt Betroffenen. Wir müssen über das Geschehen informieren, es durch gesunde Erinnerungskultur bewahren und letztlich unsere Lehren aus der Geschichte ziehen“, sagte Kirsten Lühmann. Für die Öffentlichkeit, insbesondere für politische Entscheidungsträger, Journalisten, Strafverfolgungsbehörden, im Bildungswesen Tätige sowie für die Überlebenden und ihre Angehörigen, soll eine verlässliche und nachhaltige Anlauf- und Informationsstelle in Niedersachsen entstehen.

Henning Otte erinnert an Opfer des Volkermords im Nordirak

Otte weist daraufhin, dass im Nordirak allein 2014 über 400.000 Bewohner vertrieben, tausende ermordet und ebenfalls tausende entführt worden sind. Sehr viele Menschen werden noch vermisst. Die erschütternden Bilder gingen um die Welt.

Hohe Expertise bei Mitarbeitern der Gedenkstätte Bergen-Belsen

„Mit der Aufarbeitung in Bergen-Belsen wird gezeigt, dass Völkermorde leider auch heute noch geschehen. Wir haben aus den düsteren Kapiteln unserer Geschichte eine besondere Verantwortung, dies zu verhindern, aber auch zu dokumentieren. Die Beschäftigten der Gedenkstätte Bergen-Belsen haben sich hierbei über lange Zeit eine hohe Expertise erarbeitet“, so Otte.

Jürgen Poestges 26.11.2020
26.11.2020