Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Abmelden
Celle Stadt Pferdemarkt: Stadt erteilt keine Genehmigung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pferdemarkt: Stadt erteilt keine Genehmigung
14:27 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Ruhig und beschaulich soll es an Sonntagen in Celle zugehen. Dafür sorgt die Stadtverwaltung. Während rings um die Residenzstadt diverse Trödel- und Flohmärkte stattfinden, über die die Besucher schlendern können, heißt es in Celle „veranstaltungsfreie Zone“. Diese Haltung bekommt nun auch Beate Neubert zu spüren. Sie wollte eigentlich am 1. Mai den ersten richtigen Pferdemarkt in Bostel organisieren. Doch vom Ordnungsamt gibt es dafür keine Genehmigung.

Neubert ist vor allem sauer über die Art und Weise, wie man im Neuen Rathaus mit ihrem Vorhaben umgegangen ist. „Da hieß es beim ersten Telefonat, dass wir den Pferdemarkt veranstalten könnten, aber erst ab 11 Uhr, weil der 1. Mai ein Feiertag ist. Ich solle schon einmal, falls man das später noch braucht, einen Antrag stellen.“ Das hat Neubert auch getan, obwohl zu dem Zeitpunkt viele Dinge, vor allem die Anzahl der möglichen Aussteller und Standbetreiber noch gar nicht feststand.

Umso überraschter war Neubert jetzt, als ihr die Absage vom Ordnungsamt ins Haus trudelte. Begründung: Um als gewerblicher Markt durchzugehen, seien zu wenig Anbieter angemeldet. So unterliege die von Neubert geplante Veranstaltung den feiertagsrechtlichen Vorschriften, doch leider sei der Pferdemarkt mit den Regelungen des Niedersächsischen Sonn- und Feiertagssgesetzes nicht vereinbar.

Die Stadt bemüht dabei ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg vom Mai 1995. Demnach „sind alle Tätigkeiten, die schon nach ihrem äußerlichen Erscheinungsbild üblicherweise nur an Werktagen stattfinden, mit dem Charakter des Sonntags ‘als Nicht-Werktag‘ unvereinbar. Die Besucher sollen zum Kauf animiert werden und damit Erwerbsgeschäfte tätigen, die werktäglichen Charakter haben und somit dem Wesen der Sonn- und Feiertage widersprechen“, heißt es in dem Schreiben des Ordnungsamtes. Eine Ausnahme aus besonderem Anlass sei ebenfalls nicht möglich.

„Dabei hatten wir uns ja ganz bewusst den 1. Mai als Veranstaltungstag ausgesucht, weil sich dieses Datum einprägt“, so Neubert, die schon diverse Zusagen von Anbietern hatte, der Stadt als Anbieter aber nun auch nicht jede Würstchenbude gemeldet hatte. „Aus Hamburg wollte jemand kommen mit einem erfolgreichen Dressurpferd, aus Bielefeld kamen Anfragen von potenziellen Käufern, aus Kassel hatte ein Haflinger-Züchter Interesse angemeldet“, so Neubert. Ohne Genehmigung könne man allerdings nichts machen. „Dabei finden landauf, landab am 1. Mai Märkte aller Art statt“, hatte Neubert im Internet recherchiert.

Dass man anderswo lockerer ist als in Celle, bestätigt auch ein Hannoveraner Veranstalter, der seinen Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen will. „In der Szene ist bekannt, dass in Celle, Uelzen und Lüneburg an Sonn- und Feiertagen keine Genehmigung erteilt wird, es sei denn, es gibt einen verkaufsoffenen Sonntag. Ansonsten braucht man das gar nicht erst zu probieren.“