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Celle Stadt Ohne Chance auf neuen Job
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ohne Chance auf neuen Job
13:37 13.06.2010
Celle Stadt

Hartz IV muss weg. Nicht ein Reförmchen oder eine Reform, sondern eine „Totalrevision“ der fünf Jahre alten Arbeitsmarktreform haben die Wohlfahrtsverbände gestern gefordert. Sie werden nicht müde, darauf hinzuweisen, was Hartz IV für die betroffenen Menschen bedeutet: täglich spürbare Armut nämlich, verbunden mit dem schlechten Gefühl, total ausgegrenzt in einer „Sackgasse“ gelandet zu sein, aus der es nur sehr schwer, wenn überhaupt, ein Entrinnen gibt.

Ein Grund liegt nicht zuletzt in der Tatsache, dass es für schlecht oder gar nicht qualifizierte Bewerber auf dem heutigen Arbeitsmarkt so gut wie keine Chance auf einen Job mehr gibt, der dann auch noch so bezahlt wird, dass jemand von dem verdienten Geld seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Im Gegenteil: Das Vorgehen der Drogeriemarktkette Schlecker und ähnliche Fälle zeigen, wie selbst zum Teil langjährige und durchaus qualifizierte Mitarbeiter aus Unternehmen gedrängt werden, um ihnen als „Leiharbeiter“ neue Angebote zu schlechteren Konditionen zu machen. Hartz IV ist da mitunter nicht mehr weit. Wer Leiharbeit missbraucht, um auf Kosten der Mitarbeiter den eigenen Profit zu steigern, dem gehört das Handwerk gelegt. Ebenso sind Mindestlöhne nötig, damit Menschen, die arbeiten, von ihrer Arbeit auch leben können. Dieser Notwendigkeit werden sich auch Union und FDP auf die Dauer nicht verschließen können.

Zu Recht verlangen die Wohlfahrtsverbände, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die vor allem prekäre Beschäftigung mit Niedriglöhnen, Leiharbeit, versicherungsfreien Minijobs und befristeten Beschäftigungsverhältnissen gefördert habe, wieder zu verringern.

Von Hans-Jürgen Galisch