Noch mehr Fast Food

Erste Leitungen für Celler KFC liegen schon

Die SPD konnte es nicht verhindern: Mit Kentucky Fried Chicken in Altencelle geht's voran.

  • Von Michael Ende
  • 27. Okt. 2021 | 13:27 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 27. Okt. 2021 | 13:27 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Altencelle.

In Altencelle bahnt sich Celles größte Konzentration von Fast-Food-Ketten an: Zum Burger-Riesen McDonald's und dem Sandwich-Beleger Subway soll sich auf der anderen Seite der B214 der Hähnchen-Frittierer Kentucky Fried Chicken (KFC) gesellen. Das hatte die Rats-SPD in letzter Sekunde zu verhindern versucht. Ohne Erfolg. Die ersten Leitungen zum zukünftigen KFC-Standort sind bereits verlegt.

SPD wollte noch mehr Fast Food verhindern

Die SPD wollte einen weiteren Systemgastronomiebetrieb in Altencelle verhindern. „Wir wollen die Bürger in Altencelle davor bewahren, dass der Stadtteil noch stärker vermüllt wird und dass weiterer Verkehr erzeugt wird, der nicht nötig ist“, so Jürgen Rentsch, der für die SPD Vorsitzender des Bauausschusses im Stadtrat ist. Die Sozialdemokraten hatten daher den Antrag gestellt, in den Bebauungsplan eine Festlegung aufzunehmen, die weitere Systemgastronomiebetriebe in Altencelle verhindert.

Kein Hebel gegen Systemgastronomie zu finden

Im Bauausschuss konnte sich die SPD damit nicht durchsetzen. Für den Ausschluss der „Systemgastronomie“ gebe es keine rechtlich hinreichende Begründung, so Stadtbaurat Ulrich Kinder. Die SPD-Bedenken seien "planungsrechtlich nicht relevant". So weise das Verkehrsgutachten für die Nutzungsart „Systemgastronomie“ nach, dass es nicht zu erhöhten Beeinträchtigungen kommen werde: "Die räumliche Nähe zu zwei bereits bestehenden Gastronomiebetrieben stellt planungsrechtlich keinen Hinderungsgrund für die Ansiedlung eines weiteren Gastronomie-Betriebes dar." Eine mögliche Gefahr durch „wilde Müllablagerungen“ sei nicht Gegenstand des Planungsrechts, betonte Kinder: "In der weiteren baurechtlichen Planung können an die Investoren Auflagen zur Beseitigung von Müll in einem abzugrenzenden Umfeld erteilt werden." Bei der Genehmigung des konkreten Bauantrages seien Auflagen zur Vermeidung von Müll im bestimmten Umfang möglich.

Letzten Endes komme es auf die Kunden an, so der Stadtbaurat: "Umweltbewusstsein, wie auch Einstellungen zur Müllentsorgung und unangemessenes Nutzerverhalten sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich nicht durch den Ausschluss bestimmter Gewerbebetriebe lösen lässt."

Wer buddelt da? Schulterzucken im Rathaus

Während also davon auszugehen ist, dass der KFC-Bebauungsplan genehmigt wird, wird vor Ort schon gebuddelt. Leitungen werden von der Bundesstraße aus in Richtung KFC-Grundstück verlegt. Im März hatte es geheißen, dass KFC zwar die "verrückte Idee" habe, noch in diesem Jahr zu eröffnen, sich die Arbeiten aber wohl noch bis weit ins nächste Jahr hineinziehen würden. Wer dort jetzt Leitungen verlege, könne sie nicht sagen, so die städtische Pressesprecherin Claudia Krause auf Nachfrage. Der Stadt liege auch kein Zeitplan des Erschließungsträgers vor.