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Niedersachsen führt verpflichtende Corona-Selbsttests an Schulen ein

14:10 01.04.2021
Von Christian Link
Ab der ersten Schulwoche nach Ostern sind Corona-Selbsttests in Niedersachsen für die Unterrichtsteilnahme verpflichtend.
Ab der ersten Schulwoche nach Ostern sind Corona-Selbsttests in Niedersachsen für die Unterrichtsteilnahme verpflichtend. Quelle: Alexandra Koch/Pixabay/Marcus Jacobs/Montage:CZ
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Celle/Hannover

Das Land Niedersachsen führt in den niedersächsischen Schulen eine Testpflicht ein. Ab der ersten Schulwoche nach den Osterferien sollen alle Schülerinnen, Schüler sowie Lehrkräfte und andere Beschäftigten zweimal pro Woche an Präsenztagen getestet werden. "Die Tests sind verpflichtend und werden zu Hause selbst durchgeführt. Ohne ein negatives Ergebnis am Morgen können Schülerinnen und Schüler nicht am Unterricht teilnehmen", teilt das Kultusministerium mit. Zugleich werde die Präsenzpflicht aufgehoben.

 Aktionen Bild Grant Hendrik Tonne ist seit November 2017 niedersächsischer Kultusminister. Quelle: Niedersächsische Staatskanzlei

„Ich denke, wir haben mit dieser Lösung eine Regelung gefunden, die sich an der großen Mehrheit orientiert, die Ängste und Sorgen aller Beteiligten sehr ernst nimmt und die Belastungen für alle möglichst gering hält“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Donnerstag. „Auch wenn sich Abläufe erst einspielen und neue Routinen entwickelt werden müssen, können regelmäßige Testungen doch einen wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten. Sie helfen dabei, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen und möglicherweise unentdeckte Infektionen zu erkennen, bevor es zu einer weiteren Verbreitung des Virus kommt.“

Folgende Regeln sind geplant:

• Jeder Schüler, jede Schülerin, jeder Beschäftigte und jede Beschäftigte testen sich ab dem 12. April zweimal wöchentlich selbst, soweit ausreichend Testkits vorhanden sind.

• Die Tests sind verpflichtend.

• Getestet wird selbst und zu Hause – vor Unterrichtsbeginn und nur an Präsenztagen.

• Eltern und Erziehungsberechtigte müssen das negative Testergebnis (analog oder digital) schriftlich am Testtag bestätigen. Schulen können auch die Vorlage des benutzten Testkits verlangen.

• Ohne ein negatives Testergebnis können Schülerinnen und Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

• Zu Hause versäumte Tests können ausnahmsweise in der Schule nachgeholt werden. Die Schulen stellen für diese Nachtests dort einen geeigneten Raum und Aufsichtspersonal zur Verfügung. Aber auch hier testen sich die Schülerinnen und Schüler selbst.

• Bei einem positiven Testergebnis bleiben die Betroffenen zu Hause, informieren die Schule und nehmen Kontakt zu einem Arzt oder einem Testzentrum auf, um einen PCR-Test zu veranlassen. Die Schule informiert das Gesundheitsamt. Bei einem Positivtest in der Schule muss die Schülerin oder der Schüler unverzüglich nach Hause fahren oder abgeholt werden.

Keine Präsenzpflicht an Schulen mehr

"Das verpflichtende Testen zu Hause führt zur Aufhebung der Präsenzpflicht in allen Schuljahrgängen. Eltern und Erziehungsberechtigte können ihre Kinder ohne Angabe von Gründen vom Schulunterricht in Präsenz abmelden", heißt es aus dem Kultusministerium. Damit sei die eingeschränkte Kontrollmöglichkeit bei Tests zu Hause auch juristisch haltbar. Schülerinnen und Schüler, die auf Antrag von der Präsenzpflicht befreit sind oder nach einem Positivtest zu Hause bleiben müssen, gehen in den Distanzunterricht und bekommen geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt.

Gesamtpaket gegen Corona erweitert

Die verpflichtenden Selbsttests ergänzen das bestehende Maßnahmenpaket, um die Schüler und Lehrkräfte im Präsenzunterricht zu schützen. Ziel ist es, die nach einem teilweise monatelangen Lockdown geschlossen Schulen,trotz der aktuellen Infektionslage wieder für den Präsenzunterricht zu öffnen. Zu dem Gesamtpaket gehören außerdem:

• inzidenzbasierte Unterrichtsmodelle mit Präsenzunterricht und Lernen zu Hause in jeweils kleinen Gruppen

• Abstands- und Hygieneregeln

• Lüftungskonzept nach der 20-5-20-Regel

• Maskenpflicht außerhalb und zum Teil im Unterricht

• Impfungen für Lehrkräfte

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