Celler Wirtschaft

Dürkop schließt Celler Autohaus

Nicht nur wegen Corona: Darum stellt das Mehrmarkenhaus Dürkop in Celle den Betrieb ein.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 20. Juni 2020 | 10:46 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 20. Juni 2020 | 10:46 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Celle.

Ende des Monats ist Schluss. Die Dürkop-Filiale der Autohausgruppe Dello an der 77er Straße wird den Betrieb einstellen. Von der Schließung sind 15 Mitarbeiter betroffen. Die Kunden des Mehrmarken-Hauses, das unter anderem Fahrzeuge von Opel und Fiat im Angebot hat, müssen nun auf andere Anbieter in der Region ausweichen. Bereits bestellte Autos würden ganz normal ausgeliefert, hieß es aus der Unternehmenszentrale.

Corona beschleunigt Schließung

Nach Auskunft von Kurt Kröger, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Dello-Gruppe, unter deren Dach bundesweit 60 Betriebe vereint sind, hat die Schließung nur bedingt etwas mit der aktuellen Coronakrise zu tun, die den Autohandel schwer getroffen hat. Hauptgrund sei, dass der Mietvertrag zum Ende des Jahres ausläuft und man sich mit dem Vermieter nicht über eine Verlängerung einigen konnte.

"Wir haben den Betrieb wegen Corona zurückgefahren. Ihn in dieser Situation wieder anlaufen zu lassen, wäre wirtschaftlich nicht vertretbar gewesen", erklärt Kröger. Von den noch verbliebenen 15 Mitarbeitern würden ein Drittel "ausscheiden", ein Drittel werde an anderen Standorten wie Hannover übernommen und der Rest habe zeitlich befristete Verträge gehabt.

Celle als Standort interessant

"Wir wollten uns nicht unbedingt aus Celle zurückziehen, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen", sagt Kröger, der nicht ausschließen will, dass die Dello-Gruppe irgendwann in die Residenzstadt zurückkehrt. "Wenn wir ein passendes Grundstück oder eine passende Immobilie finden, würden wir über Celle wieder nachdenken. Der Standort ist durchaus interessant."

Branche vor Strukturwandel

In der Dello-Gruppe werden "mehrere Filialen schließen, wir bauen aber auch neu, aktuell zum Beispiel in Lübeck", sagt Kröger, der davon ausgeht, dass der Autohandel nicht mehr auf das Niveau des Vorjahres zurückkehren werde. "Das Konjunkturpaket der Bundesregierung hat die Hersteller und Händler nicht involviert. E-Autos sind schwer zu liefern." Die gesamte Branche stehe vor einem Strukturwandel, der auch die Betriebe verändern werde.

2011 von Maussner übernommen

Die Dürkop-Gruppe hatte vor neun Jahren an der 77er Straße das Celler Traditionsautohaus Maussner übernommen. Die Immobilie befindet sich noch in Besitz der Familie. Was geschieht nun an dem Standort? Ideen gebe es schon, "aber es ist noch nichts spruchreif", so Christoph Maussner. Die Autosammlung mit 20 Old- und Youngtimern seines Vaters Fritz, die im Museumsspeicher untergebracht ist, sei von der Schließung der Dürkop-Filiale nicht betroffen.