Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Neues Programm der NDR Radiophilharmonie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Programm der NDR Radiophilharmonie
13:48 13.06.2010
Anbei das gewünschte Foto von Eivind Gullberg Jensen.
Anbei das gewünschte Foto von Eivind Gullberg Jensen. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Dass sich das hannoversche Orchester überhaupt einen solch talentierten Mann verpflichten konnte, liegt in hohem Maße daran, dass Oues Arbeit dem Orchester ein viel höheres Renommee eingebracht hat als dies vorher der Fall war. Aber trotz der unbestreitbaren Erfolge des Motivators Oue darf nicht übersehen werden, dass der künstlerische Ertrag in Hannover überschaubar blieb.

Nun also Jensens erste Spielzeit in Hannover. Da die Nachfrage nach den Konzerten in den letzten Jahren dauerhaft enorm groß war, hat man sich entschlossen einen weiteren vierteiligen Konzertzyklus anzubieten, der immer donnerstags stattfinden wird. Da besteht für Interessenten endlich mal wieder die Chance, ein neues Abonnement zu bekommen.

Jensen setzt auf nordosteuropäisches Repertoire von Grieg und Sibelius bis zu Tschaikowsky und Dvorak. Auffallend ist, dass er konsequent gemäßigte Moderne in seine Programme eingebaut hat. Insbesondere die Erstaufführungen von Werken Ketil Hvoslefs (17./18. September) und Erkki-Sven Tüürs (22./23. Oktober) sowie das bereits sehr erfolgreiche Klavierkonzert „Silk Road“ des türkischen Klassikpopstars Fazil Say dürften vielversprechende Neuheiten im Programm sein. Say spielt zusätzlich noch das dritte Klavierkonzert von Beethoven (15. April 2010). Des weiteren wird einmal wieder ein Stück von Sofia Gubaidulina zu hören sein (29./30. April 2010). Und Prokofjew wird mit zwei eher selten zu hörenden Werken angekündigt. Vor allem das ausladende Cellokonzert Ende Mai ist bemerkenswert. Außerdem steht mit Schostakowitschs 15. Sinfonie im Dezember ein wenig bekanntes Meisterwerk auf dem Programm.

Interessant ist bei den NDR-Konzerten über die genannten Programmschwerpunkte hinaus, dass diese Saison auffallend viel seltene Werke aus Frankreich auf dem Programm stehen werden. Jeweils eine der kaum aufgeführten Tondichtungen von Cesar Franck werden im Dezember und Januar aufgeführt, wobei insbesondere die letztgenannten Konzerte mit „Psyché“ für Chor und Orchester mit Sicherheit hoch spannende Begegnungen werden dürften. Außerdem werden noch Werke von Ravel, Dutilleux und vom stilistisch in Frankreich angesiedelten Gluck gespielt. Nicht zu vergessen: Endlich kommt auch mal wieder Haydn etwas mehr beim NDR zur Aufführung. Im November gibt es ein reines Haydn-Programm mit Arien und den Sinfonien 100 und 101, Ende Mai dann die 53. Sinfonie.

Von Reinald Hanke