Celler Museen

Welfen statt Rattenfänger

Im August geht Jochen Meiners, Direktor der Celler Museen, in den Ruhestand. Der Nachfolger setzt den Fokus weiter auf Familien und Kinder - und nicht nur das.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 27. Mai 2021 | 11:39 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 27. Mai 2021 | 11:39 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Noch im Herbst vergangenen Jahres gab es bei der Stadt Überlegungen, möglicherweise über die Nachfolgeregelung von Jochen Meiners, Direktor des Bomann-Museums, eine Leitungsposition im Kulturbereich einzusparen. Diese Gedankenspiele sind vom Tisch. Meiners, der am 31. August in den Ruhestand gehen wird, wird nun doch durch einen Kandidaten von außerhalb ersetzt. Stefan Daberkow heißt der Neue, der im Augenblick noch das Museum Hameln leitet. Wann genau der 41-Jährige in Celle anfangen wird, steht noch nicht fest.

Stefan Daberkow soll frische Impulse von außen setzen

Da die Museumslandschaft einem ständigen Wandel unterworfen sei, seien sich sowohl die Träger des Museums als auch die Stadt als Anstellungsbehörde einig gewesen, dass es sinnvoll sei, eine Nachfolge zu wählen, die von „außen“ kommt. "Damit sollen neue, frische Impulse ins Haus hineingebracht werden", so Kulturdezernentin Susanne McDowell. "Insgesamt sind 26 Bewerbungen für die Leitung des Bomann-Museums eingegangen. Eingeladen wurden davon acht. Zur Vorstellungsrunde sind insgesamt sechs Bewerberinnen und Bewerber erschienen. Im Gespräch hat sich dann ganz klar Stefan Daberkow als bester Kandidat erwiesen", erklärt McDowell.

Meiners-Nachfolger einstimmig gewählt

Daberkow wurde mit einstimmigem Votum des Verwaltungsausschusses und der Vertreter der Gesellschaft zur Unterhaltung des Bomann-Museums gewählt. "Für Daberkow sprach, dass er einen Fokus seiner Arbeit auch auf Kinder und Jugendliche sowie veränderte Sehgewohnheiten der Besucher legt. Ein weiterer Aspekt ist sein Bekenntnis zum Tourismus und dessen Anforderungen an Kulturerlebnisse. Zudem verfügt er über profunde Erfahrung in Bereichen, die in Celle nachgefragt sind. Dazu gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Museumsverein, das Erschließen neuer Besucherschichten sowie der Umgang mit Nachlässen und Entsammlungskonzepten", sagt McDowell.

Von Hameln nach Celle

Der 41-Jährige, der das stadthistorisch orientierte Museum Hameln mit Schwerpunkt Rattenfänger leitet, freut sich auf seine neue Tätigkeit. "In Hameln und Celle gibt es vergleichbare Strukturen, das Bomann-Museum, das ein hohes fachliches Niveau aufweist, ist allerdings größer, mit mehreren Häusern und mehreren Sparten", sagt Daberkow, der auch schon im Deutschen Hygienemuseum in Dresden gearbeitet hat.

Fokus auf Kinder und Familien

Die Idee, die Konzeption von Museen mehr auf Kinder und Familien auszurichten, sei kein Ausschlusskriterium für andere Besucher. "Es hat sich gezeigt, dass das, was für Kinder und Familien attraktiv ist, auch von anderen Gästen geschätzt wird", so Daberkow, der noch keine konkreten Pläne für die Celler Museumslandschaft hat. "Ich muss mir erst einmal ein genaues Bild machen. Aber es wird bestimmt nicht alles ganz neu, sondern es kommt eher darauf an, bestimmte Sachen zu akzentuieren."