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Celle Stadt „Mitarbeiter nicht nur als Befehlsempfänger sehen“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Mitarbeiter nicht nur als Befehlsempfänger sehen“
15:05 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Die Podiumsdiskussion in der Congress Union mit (von links) Axel Brockmann, Christine Erdsiek, Ingo Schreiber, Bettina Wilts und Axel Lohöfener verfolgten knapp 100 Gäste.
Die Podiumsdiskussion in der Congress Union mit (von links) Axel Brockmann, Christine Erdsiek, Ingo Schreiber, Bettina Wilts und Axel Lohöfener verfolgten knapp 100 Gäste. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

„Erfolg braucht Impulse“: Unter diesem Motto stand am Dienstagabend eine Podiumsdiskussion in der Congress Union mit Führungskräften aus Celle. Das Treffen hatte den Zweck, Unternehmern nützliche Tipps zu geben, wie sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre Firma auf Kurs halten können.

Zu der Runde hatte das Unternehmertreffen Celle eingeladen. Knapp 100 Gäste verfolgten die Diskussion, die Ingo Schreiber, Chef des Fürstenhofs und der Congress Union, moderierte.

Mitarbeiter dürften nicht nur „Befehlsempfänger“ sein, riet Sparkassen-Chef Axel Lohöfener. Sie müssten in die Entscheidungen des Unternehmens eingebunden werden. „Wenn man die Menschen nicht ernst nimmt, wirkt das demotivierend“, sagte der Sparkassen-Chef. Workshops und Teamtraining seien dazu geeignet, Mitarbeiter auf neue Aufgaben vorzubereiten. Boni für einzelne Angestellte gebe es bei der Sparkasse nicht, betonte Lohöfener. Allerdings erhielten die Beschäftigten abhängig von der Gesamtbilanz der Sparkasse Erfolgsbeteiligungen.

Um Mitarbeiter zu motivieren, müsse man mit gutem Beispiel vorangehen, ein offenes Ohr haben und Ziele klar formulieren, sagte Schlosstheater-Intendantin Bettina Wilts. Beruflicher Stress mache ihr nichts aus. „Und wenn es irgendwann mal nicht so gut läuft, habe ich auch immer einen Plan B.“ Angesichts knapper öffentlicher Mittel werde zunehmend erwartet, sich um Sponsorengelder zu kümmern. „Dafür geht sehr viel Zeit und Energie drauf“, bedauerte Wilts.

Axel Brockmann, Leiter des Landgestüts, hält gute Kontakte zu Entscheidungsträgern – etwa zur Landesregierung – für wichtig, um erfolgreich zu sein. „Wer die Schaltzentrale besser kennt, kann auch von Celle aus etwas erreichen“, nahm Brockmann Bezug auf zugesagte Fördermittel für das Landgestüt. Zur Stärkung des „Wir-Gefühls“ seien Aktionen wie der jüngste Weihnachtsmarkt geeignet. Dieser habe zudem einen Werbeeffekt gehabt und Leute angelockt, die noch nie das Landgestüt besucht hätten. Zu finanziellen Anreizen für Mitarbeiter sagte Brockmann: „Geld ist nicht alles. Wenn die Stimmung schlecht ist, bringt uns das auch nicht weiter.“

Christine Erdsiek trainiert Führungskräfte unter Einbeziehung von Pferden. Dabei würden Stärken und Schwächen der Manager zum Vorschein kommen. „Wir brauchen soziale Kompetenzen“, betonte sie. „Sie können so manchen in der Hierarchie weiterbringen.“