Celle Stadt

Mit Witz, Charme und guter Laune

Chansontheater vergnüglichster Art erlebte das Publikum am Montag im Festsaal des Sophien-Stiftes, als das Berliner Duo „Pianlola“ (Lola Bolze, Gesang, und Jorge Idelsohn, Piano) mit einer begeisternden Mischung aus Berliner Schnauze und Latin-Charme für Stimmung sorgte.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Okt. 2016 | 12:26 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Okt. 2016 | 12:26 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle Stadt.

Frisch, frech und nostalgisch verknüpfte das ungemein kontrastreich agierende Duo eine Auswahl von Berliner Chansons mit Witz, Charme und viel guter Laune lebensnah mit der Tangomusik Argentiniens zu einem erquicklichen Ganzen. Von „Mit meene Beene mach ich ihn verrückt“ bis „Kommse näher, Herr Kontrolleur“ reichte das Angebot von Lolas übersprudelnder Lebenslust, die der Pianist immer wieder völlig bruchlos mit animierendem Tango Argentino vermengte. Eingepackt war das Programm in die Geschichte der Berliner „Portiersche“ Lola, die dem Pianisten Alois mit ihrem rauen Großstadtcharme gewaltig den Kopf verdreht hat. Doch gleichzeitig schaut sie wegen dessen tollem Auto („Ein Ferrero oder so“) einem anderen hinterher.

Mit ihrer charismatischen Stimme und ihrem wandlungsfähigen Rollenspiel sorgte Lola Bolze für ein abwechslungsreiches Geschehen. Mal trat sie als herumwuselnde verliebte Putzfrau („Ich hab in seine blauen Augen geschaut und gedacht, ich versinke darin“) in Erscheinung, mal als kokette Chansonette („Mein Mann ist in Monte, mein Mann spielt Roulette, und ich bin allein in Berlin“, mal als rassige Diva. Und immer traf sie dabei den richtigen Ton und ließ in mitreißender Weise die Gefühle der jeweiligen Protagonistin auf ihr Publikum übergreifen. Sie bereicherte die Liedtexte um eine energiegeladene, dynamische Gestik und Mimik und wirkte dabei in ihrer Darstellung feminin sinnender und weiblich kokettierender Charaktere niemals übersteuert. Und Idelsohn bildete als schüchtern wirkender und heimlich in Lola verliebter Alois einen herrlichen Gegenpart dazu. Am Ende gibt Lola „dem Anderen“ den Laufpass und nimmt Alois’ Rosenstrauß an.

Von Rolf-Dieter Diehl

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