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Celle Stadt Mehr Lärmschutz für Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Lärmschutz für Celle
17:44 08.12.2015
Celle Stadt

Die Schlacht in Celle ist geschlagen. Der Protest gegen den möglichen Neubau einer Schienengüterverkehrstrasse soll am Samstag, 12. Dezember, 18 Uhr, auf dem Feuerplatz in Nindorf mit einem „Leuchtfeuer“ offiziell beendet werden. Wir haben unser Ziel ‚Ausbau statt Neubau‘ erreicht“, sagt Jan-Hendrik Hohls, Vorsitzender des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau. Verbrannt werden allerdings nicht die angemalten Protestkreuze, sondern Brennholz.

Die Kreuze, die an Menschen in der Region verliehen waren, werden dort wieder eingesammelt und gleichzeitig findet beim Leuchtfeuer auch die Vereinsversammlung statt. „Das soll dokumentieren, dass wir wachsam bleiben“, sagte Hohls.

Allerdings läuft derzeit offenbar alles so, wie es das Dialogforum beschlossen hat. So berichtet die Zeitung Die Welt, dass in dem noch nicht veröffentlichten neuen Bundesverkehrswegeplan die Alpha-Variante eingeplant ist. Auch im Ringen um besseren Lärmschutz geht es voran. Dieser ist besonders für die Anwohner an der Bahnstrecke in Stadt und Landkreis Celle wichtig, weil sich das Verkehrsaufkommen voraussichtlich in den kommenden Jahren erhöhen wird.

Wie die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann mitteilte, wird der Bundestag in der nächsten Woche über einen Antrag befinden, der für transeuropäische Korridore Möglichkeiten für zusätzliche Finanzmittel unter anderem für Lärmschutz vorsieht. Zu diesen Korridoren zählen auch die Strecken der Alpha-Variante, also der Ausbau der Bestandstrecken, den das Dialogforum beschlossen hatte.

„Die Verhandlungen waren nicht einfach, ich bin froh, dass ich erreichen konnte, dass jetzt alle Großbauprojekte – also auch das Alpha – bei den Mehrkosten gleichbehandelt werden“, sagt Lühmann.

Sie hatte sich schon während des Dialogverfahrens für einen Lärmschutz ausgesprochen, der über die bisherigen rechtlichen Vorgaben hinausgeht. Das soll aus ihrer Sicht auch für Bestandsstrecken gelten, die künftig stärker betroffen sind. „Auch wenn rechtlich alle Maßnahmen zum Lärmschutz getroffen wurden, kann dies in Einzelfällen zu wenig sein, um Menschen und Natur angemessen zu schützen“, so Lühmann. In solchen Fällen müsse man die Möglichkeit haben, den zusätzlichen Bedarf in Dialogprozessen und Projektbeiräten unter Beteiligung der Bürgerinitiativen und betroffenen Kommunen auszuloten und am Ende dem Bundestag zur Entscheidung vorzulegen.

Ein weiterer Antrag sieht vor, dass es genau für diese Aufgabe, die Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen, Bürgerinitiativen, Anwohnern und Bahn bei Empfehlungen mehr Geld geben soll. Auch er soll kommende Woche im Bundestag behandelt werden.

Für die Bundestagsabgeordnete, die auch verkehrspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, hat der erhöhte Lärmschutz vor allem präventive Aspekte, um langen Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen. „Die Einbeziehung aller Akteure kostet zunächst zwar ein bisschen mehr Geld, die erzielte Akzeptanz verhindert letztlich aber teure Gerichtsverfahren, die die Umsetzung von Streckenprojekten verzögern könnten.“

Von Tore Harmening