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Celle Stadt Mehr Geld für City-Sanierungen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Mehr Geld für City-Sanierungen
20:28 09.12.2015
Von Michael Ende
Celle Stadt

Wer sich daran macht, ein Jahrhunderte altes Fachwerkhaus zu sanieren, dem geht oft allzu schnell auf, dass er ein Fass ohne Boden geöffnet hat: Hinter jedem Balken tun sich neue Kosten-Löcher auf – alles wird teurer als ursprünglich geplant. Darauf, dass das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, reagiert jetzt die Stadt Celle, die im Sanierungsgebiet Altstadt im Rahmen des Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ renovierungswillige Besitzer historischer Gebäude bezuschusst.

Über das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ würden städtebauliche Erneuerungsvorhaben zur umfangreichen Sicherung und Erhaltung vor allem historischer Stadtkerne mit baukulturell wertvoller Bausubstanz gefördert, erläuterte Kerstin Bromberg, im Rathaus Abteilungsleiterin Städtebauförderung, jetzt im städtischen Bauausschuss. Zurzeit werde eine Förderung von Modernisierungen an Baudenkmälern und erhaltenswerten Gebäuden bis zu einem Maximalbetrag von 100.000 Euro vorgenommen - "nach intensiver Prüfung", wie Bromberg betonte.

Erste Erfahrungswerte aus der Celler Altstadt legten nahe, dass man die Zuschüsse erhöhen sollte, so die Expertin: "Die Auswertungen zeigen, dass vollumfängliche Modernisierungsmaßnahmen an Baudenkmälern in der Altstadt Celle kostenmäßig einen erheblich größeren finanziellen Aufwand erfordern als vergleichbare Neubauten." Um eine faire und gleichmäßige Ausschüttung der Fördermittel zu gewährleisten und die Eigentümer bei derart umfänglichen Sanierungen zu unterstützen, plädiere die Verwaltung für eine Anpassung der Förderzuschüsse: "Ziel ist es, eine individuellere Förderung zu erreichen, die auf das jeweilige Gebäude abgestimmt ist. Außerdem soll bezüglich der Förderquote eine größere Transparenz entwickelt werden." Die Entscheidung über eine Förderung erfolge immer im konkreten Einzelfall. Ein Anspruch auf Förderung bestehe nicht.

Der Bauausschuss empfahl, den maximalen Zuschuss von bisher 100.000 Euro auf 150.000 Euro bei Vollmodernisierungen von Baudenkmälern anzuheben. Vollmodernisierungen von erhaltenswerten Gebäuden sollen künftig mit einem Maximalbetrag von 100.000 Euro bezuschusst werden. Bei Teilmodernisierungen soll der Zuschuss unabhängig von der Gebäudekategorisierung auf einen maximalen Förderzuschuss von 50.000 Euro begrenzt werden.

Bereits im Februar war die Stadt Hausbesitzern in der Altstadt entgegengekommen, als sie den Förderhöchstbetrag von damals 75.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben hatte. Schon damals hatte Stadtbaurat Ulrich Kinder von einem einem "ersten Schritt“ in Sachen Förderungs-Erhöhung gesprochen. Ob die nun beschlossenen 150.000 Euro der letzte Schritt sind, blieb in der Sitzung des Bauausschusses offen.