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Celle Stadt Marderhunde in Celle auf dem Vormarsch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Marderhunde in Celle auf dem Vormarsch
17:41 29.12.2015
Wildschweine und Gänse (Bilder oben von links im Uhrzeigersinn) sind im Landkreis auf dem Vormarsch ebenso wie Waschbären und Marderhunde. 
Wildschweine und Gänse (Bilder oben von links im Uhrzeigersinn) sind im Landkreis auf dem Vormarsch ebenso wie Waschbären und Marderhunde. 
Celle Stadt

Mit ein wenig Sorge blickt Kreisjägermeister Hans Knoop auf die warmen Temperaturen über die Weihnachtstage. „Die Natur kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Gänse und Kraniche sind schon wieder da oder waren gar nicht weg. Die Kraniche balzen sogar“, berichtet Knoop von seinen Beobachtungen draußen.

Er rechnete für das kommende Jahr auch wieder mit einer deutlich erhöhten Vermehrungsrate beim Schwarzwild. „Das hat derzeit überhaupt keine Not. Deshalb dürften bei den nächsten Würfen gleich ein oder zwei Frischlinge mehr dabei sein“, sagt der Kreisjägermeister.

Im gesamten Landkreis Celle werden seiner Einschätzung nach große Anstiege beim Schwarzwild verzeichnet. Die Ausnahme bildet der Großraum Hermannsburg. „Dort hat im vergangenen Jahr die Pasteurellose wahrscheinlich doch mehr Opfer gefordert, als wir mitbekommen haben“, vermutet Knoop. Bei Pasteurellose handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung. Sie wurde bei zwei toten Wildschweinen festgestellt.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Kreisjägermeister weiter bei Marderhunden und Waschbären. „Sie vermehren sich im Landkreis Celle genauso wie in anderen Landesteilen“, so Knoop. Da es nachtaktive Tiere seien, ist eine Bejagung auf die herkömmliche Weise schwierig. Knoop warb deshalb auch für Verständnis für die Fallenjagd. „Wir brauchen die Fallen, um den Bestand einzudämmen. Denn sonst sind andere Arten wie Bodenbrüter stark gefährdet, weil gerade Waschbären und Marderhunde auf diese Arten gehen“, sagt Knoop. Er berichtet auch von Fällen, bei denen ganze Sippen von Waschbären Dachböden von wenig genutzten Häusern bewohnen und dort alles vollkoten.

Aus seiner Sicht, wird noch zu wenig im Landkreis Celle mit Fallen gejagt. Nur rund vier Prozent der Jäger machen das. Er bittet Spaziergänger, die Fallen sehen, nicht näher heranzugehen oder sie gar zu berühren. „Der menschliche Geruch vertreibt die Tiere. Daher muss man Abstand halten“, sagt Knoop.

Die Zahlen beim Rotwild sind nach Knoops Einschätzung etwas geringer. „Der Wolf entnimmt einiges. Das Rotwild ist auch clever, weicht dem Wolf aus und schließt sich in größeren Rudeln zusammen.“ Das mache auch die Bejagung schwieriger.

Wenig Verständnis hat der Kreisjägermeister weiterhin für das Gänsemanagement, das vom Land Niedersachsen vorgegeben wird. „Dass 14 Tage der eine und dann 14 Tage der andere Jagdpächter jagen soll, ist bei Berufstätigen nicht praktikabel.“ Er versteht diese Regelung insbesondere deshalb nicht, weil die Zahl der Gänse weiter rapide ansteigt und die Tiere große Schäden verursachen. „Wenn die Zahlen rückläufig wären, könnte man das ja noch verstehen, aber so macht die Vorgabe überhaupt keinen Sinn.“

Von Tore Harmening