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Celle Stadt Brustkrebs bei Cellerinnen frühzeitig erkennen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Brustkrebs bei Cellerinnen frühzeitig erkennen
06:00 05.02.2020
Von Svenja Gajek
Der Nutzen des Mammographie-Screenings, vor dem Brustkrebstod bewahrt zu werden, ist am höchsten für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.
Der Nutzen des Mammographie-Screenings, vor dem Brustkrebstod bewahrt zu werden, ist am höchsten für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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Celle

Viele Frauen haben Angst davor, an Brustkrebs zu erkranken. Seit 2005 kann sich jede Frau im Alter von 50 bis 69 Jahren im Rahmen des sogenannten Mammographie-Screenings alle zwei Jahre auf diese Krebsart untersuchen lassen. Auch in Celle wird es ab Ende Februar wieder dieses Angebot geben.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 72.000 Frauen an Brustkrebs. Fast die Hälfte aller Brustkrebserkrankungen werden bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren entdeckt. „Daher ist der Nutzen des Mammographie-Screenings, nämlich vor dem Brustkrebstod bewahrt zu werden, am höchsten für Frauen in dieser Altersgruppe“, sagt die programmverantwortliche Ärztin der Screeningeinheit Celle, Dr. Gabriele Kratz. „Das ist wissenschaftlich erwiesen.“ Allerdings gebe es derzeitig Überlegungen, die Altersgrenze auf 75 anzuheben.

In Celle haben bisher 5929 Frauen eine Einladung für das Mammographie-Screening auf dem sogenannten Mammobil erhalten. Etwa 36 Prozent der eingeladenen Frauen sind zur Untersuchung erschienen. Im Mammographie-Screening-Programm werden deutschlandweit jährlich rund 17.000 Karzinome entdeckt. Von 1000 untersuchten Frauen erhalten sechs die Diagnose Brustkrebs. Rund 13.000 der entdeckten Tumore sind invasiv. Das sind bösartige Gewebeveränderungen, die in das umliegende Gewebe hineinwachsen. Die Mehrheit dieser Tumore sind nicht größer als 20 Millimeter und haben die Lymphknoten noch nicht befallen. Das sind die Tumore mit einer besonders günstigen Prognose.

"Überdiagnosen kommen bei jeder Krebsfrüherkennung vor"

Manch einer könnte behaupten, dass ein Mammographie-Alarm Frauen unnötig in Panik versetze. „Überdiagnosen kommen bei jeder Krebsfrüherkennung vor“, erklärt die Celler Screening-Koordinatorin Julia Zeitzer-Torkler. „Krebs wird entdeckt und behandelt. Dieser wäre jedoch im Laufe des Lebens ohne diese Früherkennungsuntersuchung nicht auffällig geworden. Wie häufig Überdiagnosen in der Früherkennung von Krebs auftreten, kann die Wissenschaft nur schätzen. Die Angaben dazu sind sehr unterschiedlich.“ Letztlich stehe beim Mammographie-Screening die freie Entscheidung der Frau zur Teilnahme im Vordergrund.

Andere Stimmen bemängeln die schädliche Röntgen-Strahlung beim Screening. „Die Strahlendosis ist so niedrig, dass sie normalerweise keine Folgen hat“, so Kratz. „Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass Röntgenuntersuchungen in sehr seltenen Fällen zur Entstehung von Krebs beitragen können.“ Die Ultraschalluntersuchung eigne sich nicht für die Durchführung einer Früherkennungsuntersuchung im Rahmen eines Reihenscreenings, da Krebs-Vorstufen auf diese Weise nicht identifiziert werden könnten. Sie sei jedoch die wichtigste ergänzende Untersuchungsmethode in der Abklärung von auffälligen Mammographie-Befunden in der Altersgruppe der 50- bis 69-jährigen Frauen. Thomas Spieker, Sprecher der Niedersächsischen Ärztekammer, ergänzt: „Das Ultraschall-Verfahren wäre viel zu zeitaufwendig, als dass es für ein Screening von gesunden Patientinnen geeignet wäre.“

Alle zirka 1600 anspruchsberechtigten Frauen aus dem Postleitzahl-Bereich 29223 Celle erhalten in Kürze eine Einladung für die Screening-Mammographie auf dem Mammobil. Die mobile Röntgeneinheit wird ab dem 20. Februar bis etwa 4. März auf dem Parkplatz des Bahlsen-Outlets an der Hohen Wende 3 stehen. Ein Wunschtermin oder eine Terminverschiebung kann vorab mit dem Screening-Büro abgesprochen werden. Eine Terminverschiebung ist auch ganzjährig in der stationären Einheit am Neumarkt 1 möglich. Dort ist die Ausstattung
barrierefrei.

Die Teilnehmerinnen können sich unter Telefon (05141) 2088701 oder per E-Mail an screening@radiologie-celle.de melden. Weitere Informationen gibt es unter www.screening-celle.de.

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