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Celle Stadt „Märchen sind Vitamine für die Seele“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Märchen sind Vitamine für die Seele“
13:16 13.06.2010
Der Märchenerzähler Herbert Kneifel will Kultur in Form von Märchen näher bringen
Der Märchenerzähler Herbert Kneifel will Kultur in Form von Märchen näher bringen Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

„Es war einmal, vor langer, langer Zeit...“. Herbert Kneifels sonore Bassstimme klingt durch den Raum. Seinen großen, grauen Hut hat er sich zurechtgerückt, die Blockflöte liegt neben dem Märchenbuch – immer griffbereit. 17 Senioren des Pflegewohnstifts Franz-Guizetti-Park sind ganz Ohr, als der Escheder mit seiner Märchenstunde beginnt.

Gebannt lauschen die Zuhörer seiner Geschichte. Mit der Hand fährt sich Kneifel gestikulierend durch seinen weißen Bart und ist dabei völlig in seinem Element. Eine Stunde lang entführt er sein Publikum in ein bunte Welt voller Abenteuer, skurriler Gestalten und wundersamer Begebenheiten.

Zwei Mal im Monat ist Kneifel zu Gast im Pflegewohnstift. Vor fünf Jahren hatte er die Idee dazu, Märchen für Senioren schmackhaft zu machen. „Über Märchen finde ich den Zugang zu den Senioren“, sagt Kneifel. Märchen seien Nahrung und Vitamine für die Seele. „Diese Geschichten sind für meine Zuhörer eine Ermutigung, nicht aufzugeben.“

Nicht nur deutsche Märchen erzählt Kneifel, Initiator der Erzählwerkstatt Celler Land. Auch ausländische Märchen gehören zu seinem Repertoire. Regelmäßig kommen neue Geschichten dazu.

Stets rahmt er seine Märchenstunde mit Musik ein, und verleiht somit seinem Vortrag durch „Märchenlieder“, wie er sie nennt, eine ganz besondere Wohlfühl-Atmosphäre. Ob auf der Blockflöte oder spontan a cappella: Strahlende Gesichter und Applaus sind ihm sicher.

„Ich finde die Idee einfach super und sinnvoll zugleich“, sagt der Leiter des Pflegewohnstiftes Günter Weber. „Denn in der Märchenwelt fühlen sich unsere Bewohner zu Hause. Erinnerungen werden wach.“ Gerade für die dementen Bewohner sei die Märchenstunde ein Lichtblick, würde sie doch positive Empfindungen hervorrufen. „In der Märchenwelt fühlen sich diese Bewohner, die nach einem Orientierungspunkt suchen, sicher“, sagt Weber.

Von Rebekka Schrimpf