Lost Place

JVA Salinenmoor bei Celle steht zum Verkauf

Seit 2014 steht das einstige Gefängnis leer und mauserte sich Stück für Stück zum Lost Place. Nun stehen die Zeichen auf Veränderung.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 19. Mai 2022 | 18:53 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 19. Mai 2022 | 18:53 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Seit nunmehr acht Jahren ist die Justizvollzugsanstalt Salinenmoor geschlossen. Statt Gefangene zu beherbergen, mausert sie sich immer mehr zu einem beliebten Lost Place. Doch damit könnte schon bald Schluss sein. Das Land Niedersachsen sucht nun nämlich einen Käufer für das Gelände im Wald bei Hustedt.

Nutzungskonzept muss klare Vorgaben erfüllen

Einfach mal kaufen und drauf los bauen, das wird allerdings nicht ohne weiteres möglich sein. "Kaufinteressenten müssen ein Nutzungskonzept vorlegen, dem die Stadtverwaltung Celle zustimmen muss. Eine Bebauung mit Wohngebäuden kommt dabei nicht in Frage", heißt es in der Pressemitteilung vom Land.

Es seien nur solche Vorhaben möglich, die nach den Regelungen für das „Bauen im Außenbereich“ zulässig sind. Denkbar sind somit zum Beispiel eine landwirtschaftliche Nutzung, ein Gartenbaubetrieb oder Windräder. Ein Knast-Hotel, wie es der TV-Anwalt Christopher Posch etwa 2012 im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Elwe eröffnete, wird es also nicht geben.

JVA Salinenmoor wurde 1978 errichtet

Die landeseigene Liegenschaft besteht aus drei Flurstücken mit einer Gesamtfläche von fast zwölf Hektar, was rund 118.000 Quadratmetern entspricht. Die Justizvollzugsanstalt wurde 1978 errichtet. 2014 wurde sie geschlossen. Insgesamt verfügte die JVA über 212 Haftplätze (194 Einzel- und 18 Gemeinschaftsplätze), gemischt mit geschlossenem Vollzug, U-Haft und offenem Vollzug.

Schlechte Bausubstanz war Grund für Schließung

Der mit einer massiven Betonmauer gesicherte Bereich umfasst Unterkunfts-, Verwaltungs- und Versorgungsgebäude sowie Werk- und Lagerhallen. Außerhalb des ummauerten Bereichs befinden sich das sogenannte Haus des offenen Vollzugs, vier Reihenhäuser, einige Werk- und Lagerräume, ein Verwaltungsgebäude, die Kläranlage, ein Funkmast und landwirtschaftliche Gebäude. Der Zustand der meisten Gebäude ist allerdings ziemlich marode, so war die schlechte Bausubstanz ein entscheidender Grund für dir Schließung.

Gelände wird meistbietend versteigert

Unter allen in Frage kommenden Interessenten führt das Liegenschaftsmanagement des Landes Niedersachsen ein Gebotsverfahren für den Verkauf durch. Der Startpreis soll bei 250.000 Euro liegen.