Gegen Laub

Die Kehrmaschinen sind im Dauereinsatz

Mit dem Herbstanfang beginnt der Dauerstress für die Straßenreinigung der Stadt. Den Laubmassen rücken Kehrmaschinen und ihre Besatzung zu Leibe.

  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Okt. 2021 | 19:53 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Okt. 2021 | 19:53 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Wer kehrt so früh durch Nacht und Wind, es ist der Patrick Fischer mit seinem ... Atego 1323. Okay, liebe Leser, den Erlkönig und Dichtkunst überlassen wir Goethe und die sich täglich ansammelnden Laubmassen den Profis von der Straßenreinigung der Stadt Celle.

Kehrmaschinen rücken früh morgens vom Bauhof aus

Für Fahrer Patrick Fischer und seine Kollegen beginnt der Arbeitstag derzeit allmorgendlich im Dunkeln um 6 Uhr auf dem Bauhof der Stadt an der Neuenhäuser Straße. Die drei großen Kehrmaschinen und ihre Fahrer sind seit dem Herbstbeginn im Dauereinsatz und kämpfen mit Unterstützung mehrerer kleiner Kehrmaschinen und Sammeltourenwagen mit Besatzung gegen das, was Celles Bäume und Büsche ihnen hinwerfen.

Tourenplan und "Laublagen"

"Wir fahren jetzt unsere Tour. Wir haben unseren speziellen Tourenplan, wir müssen nach Altencelle", sagt Fischer, während er an einem stetig wachsenden Laubhaufen vorbeifährt, der auf dem Bauhof neben Lagerplätzen mit Straßensplit und anderen Materialen aufgeschüttet ist. "Wir müssen je nach Laublage immer wieder reinfahren und kippen. Gestern war ich bis zum Frühstück viermal voll mit Laub", berichtet der 45-Jährige. Zum Vergleich: Im Sommer, wenn nur Unkraut und allgemeiner Straßendreck aufgenommen werden, fährt er einmal zum Abkippen auf den Hof – pro Arbeitstag.

Hier sind Laub-Schwerpunkte

"Nach dem ersten Frost fallen die Blätter wie verrückt. Wir haben unsere Laubschwerpunkte." Schwerpunkte sind etwa die Breite Straße, die Kronestraße gleich in der Nähe des Bauhofs oder auch ganze Ortsteile, wie etwa Boye. "Wir haben haben noch einen Tourenwagen dabei mit zwei Kollegen, die fahren vor uns her und pusten mit Laubgebläsen die Ecken aus, an die wir nicht rankommen", sagt Fischer. Die Kehrmaschine basiert auf einem regulären Atego 1323 von Mercedes ("13" für 13 Tonnen des Lkws und "23" für 230 PS, ein gebräuchliches System zur Benennung von Lkw), ergänzt um einen Kehrmaschinenaufbau "Viajet 6" von Faun.

So funktioniert der Kehrmaschinen-Aufbau

"Die Einheit besteht aus drei Einheiten: einem Mittelbesen, der unter uns läuft, dann ein Seitenbesen der in der Gosse läuft und dazu der Saugmund, der wie ein großer Staubsauger alles reinschlürft. Hinter uns ist der Kessel, der erzeugt durch eine Turbine Unterdruck", erläutert der Fahrer die Funktion des Aufbaus. Zusätzlich gibt es einen Wassertank von 1200 Litern zur Ergänzung der Reinigungsbürsten und einen großen Saugrüssel, den bei Bedarf ein Kollege von außen bedienen kann. Die Kehrmaschine ist übrigens ein Rechtslenker. "Es ist ein englisches Fahrzeug", scherzt Fischer. So sitzt der Fahrer günstiger, um den Bordstein rechts besser im Blick zu haben.

Angekommen in Altencelle, steuert er die Straße Lönspark an. Sogar zwei Tourenwagen sind vor Ort, die Kollegen blasen das Laub zu einer sauberen Linie zusammen, die Fischer abfahren kann. "Der rüsselt alles weg", sagt der Fahrer, während er die Laub-Spur abfährt. Die Straßen sind relativ eng, manche Seitengassen brauchen Erfahrung und ein gutes Händchen am Lenkrad. Ein Wendekreisel rund um einen Baum fordert das ganze Team. Fischer manövriert die Kehrmaschine im Kreis, die vier Kollegen halten mit Rechen und Gebläse das Laub im Zaum.

Anwohner fegen ihr Laub dazu obwohl es nicht erlaubt ist

Viel Platz ist im rund fünf Kubikmeter großen Tank nicht mehr, es gab viel zu tun. Eine Anwohnerin kehrt noch in aller Eile das Laub aus ihrer Einfahrt zum Vorbereiten für die Kehrmaschine. Erlaubt ist das nicht. "Es ist ganz klar gesetzlich geregelt, eineinhalb Meter vom Gartenzaun ist Sache des Anwohners." Liegen gelassen wird das Laub nicht. Jetzt geht es zurück zum Betriebshof, abkippen. Die erste von vielen Touren – der Herbst dauert noch.