Vor Congress Union

Länderbeschäftigte demonstrieren in Celle

Während in der Congress Union Niedersachsens CDU tagte, demonstrierten davor rund 200 Beschäftigte im öffentlichen Dienst gegen zähe Tarifverhandlungen.

  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Nov. 2021 | 21:24 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Nov. 2021 | 21:24 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Am Samstag haben in Celle rund 200 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder für bessere Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung demonstriert. Aufgerufen hatte dazu der Verband DBB Beamtenbund und Tarifunion. Zahlreiche Mitglieder und Vorstandsmitglieder verschiedener Verbände waren aus mehreren Bundesländern angereist und machten lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam.

Niedersachsen Finanzminister Reinhold Hilbers ist Verhandlungspartner

In der Congress Union tagte zeitgleich der CDU-Landesverband. Die Teilnehmer des Programmkongresses für das Jahr 2022 wurden mit einem Pfeifkonzert, Buhrufen und einer Vielzahl von Transparenten empfangen. Das „Who is Who“ der niedersächsischen CDU, darunter Landesvorsitzender Bernd Althusmann, beachtete größtenteils das Fahnenmeer und die Redner vor der Congress Union nicht weiter – bis auf den Mann, der selbst am Verhandlungstisch mit dem DBB-Verband sitzen sollte: Reinhold Hilbers. Niedersachsens Finanzminister ist Verhandlungschef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

Bereits dritte Verhandlungsrunde für Tarife

„Ja, lieber Finanzminister, wir werden uns ja heute noch in Potsdam sehen“, begrüßte Friedhelm Schäfer, zweiter Vorsitzender des DBB, Hilbers. „Ich würde mich freuen, wenn wir heute ein Angebot der Arbeitgeber hören. Unsere Forderung ist bekannt. Und ich sage es auch ganz deutlich: Wir brauchen ein starkes Signal an den Gesundheitsbereich“, so Schäfer.

Das fordern die Verbände im öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern für die Beschäftigten der Länder eine Erhöhung der Tabellenentgelte um fünf Prozent, mindestens um 150 Euro monatlich, sowie im Gesundheitswesen mindestens 300 Euro. „Wir bringen nach Potsdam die Zeit mit, die wir brauchen“, so Schäfer.

"Harte Auseinandersetzungen, aber anschließend Frieden"

„Herzlichen Dank, dass Sie hergekommen sind. Sie demonstrieren damit, dass Sie die Tarifautonomie hochhalten. Das ist mir persönlich sehr wichtig, weil das Kernbestandteil der sozialen Marktwirtschaft ist. Wir haben harte Auseinandersetzungen in den Tarifrunden, aber anschließend Frieden“, sagte Hilbers.

Die Verhandlungen betreffen etwa 3,5 Millionen Beschäftigte. Gestern Abend soll nach Angaben der Arbeitgeberseite „Bewegung“ in die Gespräche gekommen sein.