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Celle Stadt VHS vermittelt erstmals Gebärdensprache
Celle Aus der Stadt Celle Stadt VHS vermittelt erstmals Gebärdensprache
08:07 02.05.2019
Von Dagny Siebke
Foto: Kursusleiter Gerhard Schulze ist selbst von Geburt an gehörlos und beherrscht die Gebärdensprache.
Kursusleiter Gerhard Schulze ist selbst von Geburt an gehörlos und beherrscht die Gebärdensprache. Quelle: Martina Hancke / vhs Celle
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Celle

„Hallo, ich bin Laura Müller. Ich bin 22 Jahre alt.“ Die junge Cellerin stellt sich vor, aber nicht mit Worten, sondern mit Gesten. Laura Müller nimmt an einem Gebärdensprachekursus an der Volkshochschule (VHS) Celle teil – zusammen mit der Klasse der Evangelischen Fachschule Heilerziehungspflege der Lobetalarbeit. „Wir waren gemeinsam in Hamburg im ‚Dialog im Stillen‘. Das war beeindruckend und hat unser Interesse für die Gebärdensprache geweckt, um offen auf Gehörlose zuzugehen und keine Scheu zu haben, mit ihnen ein ‚Gespräch‘ zu führen“, erklärt die angehende Heilerziehungspflegerin. Als jetzt zum ersten Mal ein Kursus in Gebärdensprache an der VHS angeboten wurde, entschied sich die Klasse, geschlossen daran teilzunehmen.

Nach drei Terminen beherrschen die Teilnehmenden bereits das Finger-Alphabet, können sich vorstellen – und vor allem ihren Dozenten verstehen; denn Kursusleiter Gerhard Schulze ist selbst von Geburt an gehörlos. „Im Unterricht gebärde ich von Anfang an und schreibe vieles an die Tafel“, erklärt der gelernte Raumausstatter seine Vermittlungsform. „Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache und es ist mir wichtig, dass die Teilnehmenden sich von vornherein auf die visuelle Ebene einlassen.“ Von der Klasse und ihrem Engagement ist Schulze begeistert. „Ich würde mir wünschen, dass mehr hörende Personen die Gebärdensprache lernen. Es sollte auch selbstverständlich sein, dass bei Veranstaltungen Gebärdensprachdolmetscher dabei sind.“

Gebärdensprache beruht auf Mimik, Gestik, Körperhaltung und Handzeichen

Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist eine eigenständige Sprache, die auf körperlichen, visuell wahrnehmbaren Zeichen beruht. Das sind Mimik, Gestik, Körperhaltung und besonders Handzeichen. Diese werden nach Handform, Handstellung und Bewegung unterschieden. Die Gebärdensprache hat einen umfassenden Wortschatz und eine eigene Grammatik. Im Kursus besitzt jeder Teilnehmende einen eigenen Gebärdensprachenamen, den man gut darstellen kann. Er orientiert sich an charakteristischen Merkmalen der Person oder an ihrem eigentlichen Namen.

Bei Laura Müller sind es die kleinen Grübchen, auf die sie mit beiden Zeigefingern deutet. Für ihren Nachnamen formt sie die Gebärde für „Mühle“. Im Kursus heißt die junge Frau also „Grübchen Mühle“. Der Sprachkursus läuft über zehn Abende und wird auch im Herbstsemester an der VHS Celle angeboten. Auskunft gibt Stephan Sänger unter Telefon (05141) 929825 oder per E-Mail an s.saenger@vhs-celle.de.

Christian Link 02.05.2019
Svenja Gajek 02.05.2019
Gunther Meinrenken 01.05.2019