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Celle Stadt Krieg am Hindukusch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Krieg am Hindukusch
14:38 13.06.2010
Celle Stadt

Lange hatte es gedauert, bis Verteidigungsminister Franz Josef Jung im Zusammenhang mit dem immer gefährlicher werdenden Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan von „Gefallenen“ sprach: 35 tote Soldaten hat Deutschland seit 2002 zu beklagen. Die vorerst letzten drei starben gestern. Deshalb musste der CDU-Politiker erneut formulieren, was er sich und vor allem den Angehörigen der blutjungen Opfer gern erspart hätte: „Im Einsatz für den Frieden gefallen“ seien die Männer. Gegner der Afghanistan-Mission wie die Linkspartei sehen in solchen Worten einen Widerspruch in sich. Wer von „verwundeten“ und „gefallenen“ und nicht von „verletzten“ und „getöteten“ Soldaten spreche, benutze bewusst das Vokabular des Krieges, heißt es aus dieser Ecke. Aber wie auch immer die Worte gewählt werden, das Ergebnis ändert sich nicht: Die Männer sind tot.

Dabei haben die Soldaten längst selbst erkannt, dass sie sich im Krieg befinden. Statt Brücken zu bauen und Brunnen zu bohren, sind sie damit beschäftigt, sich selbst zu schützen, weil sie von den Taliban in Hinterhalte gelockt und angegriffen werden. Das Ziel der radikalen Islamisten ist klar: Die Fremden sollen demoralisiert werden. Jeder gefallene Soldat trägt nach ihrer Überzeugung dazu bei, dass die Unterstützung durch die deutsche Bevölkerung geringer wird.

Ein Abzug der Bundeswehr, wie von der Linkspartei gefordert, käme einem Sieg der Taliban gleich. Dazu darf es nicht kommen. Denn die Afghanen sind noch längst nicht in der Lage, selbst zu verhindern, dass ihr Land erneut zu einer Brutstätte des internationalem Terrorismus wird. Und der könnte eben auch Deutschland treffen.

Von Hans-Jürgen Galisch