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Celle Stadt Kreis warnt vor Panik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kreis warnt vor Panik
12:49 13.06.2010
Celle Stadt

Tödlich und hochansteckend. So stellte sich das Gefährdungspotenzial des Schweinegrippe-Virus in den ersten Tagen da. „Wir haben zunächst zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Zahl der Todesfälle in Mexiko ungewöhnlich hoch ist“, sagt Carsten Bauer, Amtsarzt beim Landkreis Celle.

Inzwischen aber hat sich die Zahl der Toten deutlich relativiert. „Der direkte Zusammenhang zu dem Virus wurde bisher nur bei wenigen Fällen wirklich nachgewiesen. Offenbar wurde bei einige Toten die Todesursache vor Ort falsch eingeschätzt“, sagt Bauer. Nach seiner jetzigen Einschätzung „ist das Virus nicht gefährlicher als ein Erreger, der einer der jährlichen Grippewelle auslöst.“ Jedes Jahr sterben in Deutschland laut Angela Spreng, Gesundheitsaufseherin beim Landkreis Celle und zuständig für den Bereich Infektionskrankheiten, rund 10000 Menschen an einer Grippeinfektion.

Deshalb ist der Virus auch weiterhin ein Risiko, denn er kann immer noch eine Pandemie, also eine Krankheitswelle, die zeitlich und lokal nicht begrenzt ist, auslösen. Zudem ist er eben genauso gefährlich wie ein „normaler“ Erreger, was bedeutet, dass bei einigen Patienten die Krankheit tödlich verläuft. „Vom Killervirus zu sprechen, ist aber völlig unangemessen“, sagt Bauer.

Das die Weltgesundheitsorganisation die Warnstufe nach oben auf die zweithöchste Stufe gesetzt hat, ist aus seiner Sicht nur folgerichtig und hat nichts mit der Gefährlichkeit des Erregers an sich zu tun. Stufe fünf bedeutet, dass es zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in größerer Zahl kommt, die auch außerhalb des Ursprungslandes oder -kontinents passieren. In dieser Phase ist das Virus besser an den Menschen angepasst.

●Hilfe: Um einer Ausbreitung vorzubeugen, kann sich jeder, der meint, sich mit dem Virus angesteckt zu haben bei seinem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt Celle unter (05141) 916440 melden.

Schutzmaßnahmen

Der Pandemieplan empfiehlt zum Schutz folgende Verhaltenregeln, um eine Ansteckungsrisiko zu vermeiden:

●Vermeiden Sie „Händeschütteln“ oder andere vermeidbare nahe Körperkontakte (zum Beispiel „Küsschen geben“).

●Waschen Sie sich nach jedem Personenkontakt und vor der Nahrungsaufnahme gründlich die Hände mit Wasser und Seife.

●Sorgen Sie für eine häufige und gründliche Belüftung geschlossener Räume.

●Meiden Sie Menschenansammlungen.

Von Tore Harmening