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Celle Stadt Kniffe fürs richtige Pauken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kniffe fürs richtige Pauken
13:08 13.06.2010
Ann-Kristin Janz
Ann-Kristin Janz Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Es gibt Themen und Begriffe, mit denen sich jeder Schüler schwer tut. Die Palette reicht von Adenosintriphosphaten über die Onomatopoesie bis hin zu den konstituierenden Prinzipien einer Marktwirtschaft. Spätestens in der Klausur sollte ein Weg gefunden worden sein, um sich den Lernstoff einzuprägen. Aber wie lernt man am besten und effektivsten?

Die Pädagogik nennt als „Lehre vom Lernen“ allerhand Ratschläge und Techniken zum Pauken. Demnach gibt es verschiedene Lerntypen, zum Beispiel den auditiven oder den visuellen. Abhängig vom Lerntyp kann der Schüler mit bestimmten Techniken besser lernen als mit anderen. So nimmt der auditive Lerntyp Begriffe besonders gut auf, wenn er sie hört. Beim Lernen wäre es für ihn beispielsweise ratsam, sich den Stoff laut vorzulesen.

Im Internet lässt sich der eigene Lerntyp per Test ermitteln. „In der elften Klasse haben wir die Lernmethoden durchgenommen“, berichtet Ann-Kristin Janz (18) aus Wietze. „Die verschieden Lerntypen haben wir da auch behandelt. Daraufhin habe ich tatsächlich online ein paar Tests gemacht, um herauszufinden, welcher Typ ich denn bin. Nach den Ergebnissen soll ich sowohl ein auditiver als auch ein kommunikativer Lerntyp sein und lerne am besten durch Diskutieren und Zuhören. Ich halte das schon für sinnvoll, aber ich habe es beim Lernen nicht wirklich angewandt. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich früher gewusst hätte, welcher Lerntyp ich bin.“

Auch Astrid Eilers (18) aus Groß Hehlen hat auch schon einmal einen solchen Test gemacht, das Ergebnis allerdings schon wieder vergessen. „Mein Lerntyp hat mich also nicht beeinflusst“, sagt sie.

Die Ermittlung des Lerntyps kann es einem erleichtern, sich den Lernstoff zu merken. Damit möglichst viele Informationen im Gedächtnis haften bleiben, sollte man jedoch nicht nur stur auswendig lernen. Um sich den Stoff besser zu merken, kann man zum Beispiel den Lerninhalt gedanklich mit Bildern verknüpfen und ihn so „greifbarer“ machen. Das funktioniert noch besser, wenn die Bilder nicht willkürlich gewählt werden, sondern von einem bekannten Weg stammen. Der Schulweg bietet sich zum Beispiel an. Verknüpft man nun beispielsweise einen Begriff mit der ersten Ecke des Schulweges, kann man sich später leichter an ihn erinnern, in dem man den Weg in Gedanken abfährt.

Neben den Lerntechniken gibt es auch noch weitere Hilfsmittel. „Ich benutze beim Lernen Notizzettel.“, erläutert Astrid. „Ich versuche, die wichtigen Daten und Informationen mit Hilfe meiner eigenen Zettel, den Büchern oder dem Internet zusammenzufassen. Dadurch wird das Ganze schon mal übersichtlicher.“ Außerdem ist es ihrer Meinung nach wichtig, den Zusammenhang des Inhalts zu verstehen und ihn nicht bloß auswendig zu lernen.

Auch Ann-Kristin findet es sinnvoll, sich Zusammenfassungen zu notieren. „Meiner Meinung nach lernt man allein durch das Zusammenfassen schon recht gut. Wenn man nur die wichtigsten Informationen aufschreibt, muss man sich schon recht intensiv mit dem gesamten Stoff auseinandersetzen“, erläutert sie.

Die vorhandene Zeit ist ein weiterer Faktor, der beim Lernen beachtet werden sollte. „Normalerweise fange ich drei bis vier Tage vor der Klausur an zu lernen“, berichtet Astrid. „Wenn ich keine Lust habe, auch mal nur zwei Tage vorher. Generell ist es aber besser, früher mit dem Lernen zu beginnen.“

Ann-Kristin ergänzt: „Ich beginne leider immer etwas zu spät mit dem Lernen. Bei manchen Themen und Fächern fehlt mir einfach die Motivation. Ich habe für manche Klausuren auch erst einen Tag beziehungsweise den Abend davor gelernt. Natürlich kann man auch so gute Noten schreiben, aber darauf würde ich mich nicht immer verlassen.“ Man sollte bis zu einer Woche vor der Klausur mit dem Lernen beginnen, rät die 18-Jährige. Dann könne man den Lernstoff besser wiederholen und im Langzeitgedächtnis speichern. Außerdem habe man dann Zeit, im Unterricht konkrete Fragen zu stellen oder sich bei Freunden und Mitschülern Hilfe zu holen.

Es ist übrigens nicht ratsam, mit starken Emotionen zu lernen. Ist man zum Beispiel wütend, kann man sich nur sehr schlecht auf das Lernen konzentrieren und es unter Umständen sogar völlig blockieren. „Man sollte in einer ruhigen Umgebung lernen: Musik, Fernseher und PC lenken nur ab“, meint Ann-Kristin. „Wenn ich für mehrere Klausuren und Fächer auf einmal lernen muss, mache ich dazwischen auf jeden Fall eine Pause. Meiner Meinung nach sollte man sich während des Lernens auch nicht zu sehr entspannen. Die Entspannung kommt danach, oder wenn man eben zwischendurch eine Pause einlegt.“

Viele Schüler lernen in Gruppen. „Ich persönlich lerne lieber allein“, sagt Astrid. „Aber von vielen Freunden habe ich schon gehört, dass es ihnen sehr hilft, sich mit anderen zu treffen. Meistens lernt dann jeder noch zusätzlich zu den Gruppentreffen für sich. Deswegen denke ich, dass eine Gruppe unterstützend sein kann. Am Ende muss es jedoch jeder allein können.“

„Also, mir hilft es sehr, mit anderen gemeinsam zu lernen, wobei es da auch drauf ankommt, mit wem man lernt“, sagt Ann-Kristin. „Die Gruppe sollte nicht zu groß sein, denn dass kann zwar sehr spaßig werden, allerdings nicht sehr produktiv. Außerdem sollte auch jemand in der Gruppe sein, der das Thema wirklich verstanden hat und deshalb gut helfen kann. Hat man so eine Gruppe gefunden, kann das Lernen meiner Erfahrung nach sehr viel mehr Spaß machen und vor allem mehr Sicherheit geben, als wenn man es allein tut. Natürlich kann man zusätzlich immer noch allein lernen.“

Die Nachhilfe stellt eine weitere Möglichkeit dar, sich mit geeigneter Hilfe dem Lernstoff zu nähern. „Ich nehme Nachhilfe in Englisch. Mir hilft die zusätzliche Stunde sehr, und es hat sich auch schon positiv auf meine Note ausgewirkt“, berichtet Astrid. Das Lernen sollte in jedem Fall mit einer Entspannungsphase abgeschlossen werden.

Natürlich weiß jeder selbst, wie er am besten lernt. Beachtet man jedoch ein paar der genannten Ratschläge, kann es einfacher sein. Und dann klappt's auch mit den Adenosintriphosphaten.

Von Clemens Conrad