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Celle Stadt SchutzCellen erobern das Stadtgebiet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt SchutzCellen erobern das Stadtgebiet
07:00 08.05.2019
Von Christian Link
Foto: Monika Rietze (links) und Izabela Marcinkowska haben das Stadtteilbüro Mittendrin auf dem Heeseplatz zur "SchutzCelle" erklärt.
Monika Rietze (links) und Izabela Marcinkowska haben das Stadtteilbüro Mittendrin auf dem Heeseplatz zur "SchutzCelle" erklärt. Quelle: Christian Link (Archiv)
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Kinder und Jugendliche, die sich in einer Notlage befinden, können hier auf Hilfe hoffen. „Früher war es selbstverständlich, Kindern unterstützend zur Seite zu stehen“, weiß Stadtteilmanagerin Monika Rietze. Doch inzwischen habe diese Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft nachgelassen. In Geschäften und Einrichtungen mit dem Logo „SchutzCelle“ gilt die Kinderfreundlichkeit jedoch weiterhin als hohes Gut.

Seit fünf Jahren gibt es das Projekt, dessen Keimzelle auf dem Heeseplatz zu finden ist. „Im Stadtteilbüro Mittendrin werden wir häufig von Kindern aufgesucht, seltener von Jugendlichen“, sagt Rietze und berichtet aus Erfahrung: „In der Regel sind es die kleinen Dinge. Wie ein plötzlich notwendiger Toilettenbesuch oder ein Pflaster.“ Manchmal gehe es aber auch darum, ein Elternteil anzurufen – zum Beispiel wenn das Fahrrad einen Platten hat.

Zufluchtsort bei drohenden Gefahren

Als Zufluchtsorte bei Gefahr werden die SchutzCellen laut Rietze ebenfalls genutzt. Wenn sich Kinder untereinander streiten, von Älteren bedroht werden oder Angst einflößenden Erwachsenen aus dem Weg gehen wollen, kommen sie hier vorbei. „Allein durch die Präsenz von SchutzCellen gibt es weniger Rangeleien unter den Kindern und Jugendlichen. Potentiellen Tätern ist bewusst, dass im Quartier aufeinander geachtet wird“, sagt Rietze.

Anhand von Zahlen und Daten lässt sich das allerdings nicht beweisen. Zwar hatten Rietze und andere Projektgründer entsprechende Erfassungsbögen in den SchutzCellen verteilt. Im Alltag habe sich jedoch gezeigt, dass Ladeninhaber keine Zeit haben, um Dokumentationsblätter auszufüllen. Lässt sich die Wirksamkeit von SchutzCellen also überhaupt nachweisen? – „Ja“, sagt Rietze und verweist auf die regelmäßigen Jahrestreffen, bei denen sich Einzelhändler und andere Projektteilnehmer treffen: „Hierbei findet auch ein Austausch über die verschiedenen Anlässe, zu denen Kinder die SchutzCellen aufsuchen, statt.“

Schon rund 50 SchutzCellen in der Stadt

In Neustadt-Heese, Vorwerk, Garßen, Scheuen und Groß-Hehlen gibt es bereits mehr als 30 SchutzCellen. Laut Nadine Kuchar vom Stadtteilbüro in der Alten Molkerei haben sich inzwischen auch 17 Gewerbetreibende und Institutionen aus der Altstadt und Blumlage dem Projekt angeschlossen. Die nächsten SchutzCellen sollen im Stadtteil Wietzenbruch entstehen.

Mitmachen erwünscht

Wer bei der stadtweiten Ausweitung des Projekts mithelfen will, kann sich bei Monika Rietze unter Telefon (05141) 125161 oder per E-Mail an monika.rietze@celle.de melden.

Gunther Meinrenken 07.05.2019
Benjamin Behrens 07.05.2019
Benjamin Behrens 07.05.2019