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Celle Stadt Jugendliche müssen draußen bleiben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jugendliche müssen draußen bleiben
14:13 13.06.2010
Celle Stadt

„Ich habe den Türsteherservice angerufen und gefragt, ob die Gruppe inklusive sechs Betreuern eingelassen würde“, sagt Joachim Bott, Beauftragter für die Partnerschaft Wathlingen-Villeparisis. Dabei hätte er auch erwähnt, dass sich unter den jungen Leuten acht mit Migrationshintergrund befänden. Laut Bott reagierte der Türsteher abweisend: „Nein, die Gruppe kommt nicht rein. Da passieren immer wieder Messerstechereien.“ Schließlich hätte er aber zugesagt, den Jugendlichen den Eintritt zu gewähren. „Die Gruppe wurde trotzdem am Eingang zurückgewiesen“, so Bott. „Ich halte das Verhalten des Personals für nicht akzeptabel und eindeutig rassistisch begründet.“

Inkognito-Geschäftsführer Thomas Kubitza hält dagegen: „Wir entscheiden nicht nach Hautfarbe. Einige der Jugendlichen hatten keine Vollmachten. Außerdem waren nicht genügend Begleitpersonen dabei.“ Das bestätigt auch Türchef Mark Fischer. Den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit weist er zurück: „Das ist völliger Unsinn. Ich habe schließlich auch türkische und englische Kollegen. Und eine Messerstecherei gab es hier erst ein Mal.“

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen eine Diskothek betreten. „Das ist gesetzlich geregelt“, erklärt Ulrich Siegmann, Jugendschutzbeauftragter der Stadt Celle. „Damit soll die Jugend geschützt werden.“ Für Gruppen gebe es keine Ausnahmen. „Wenn eine Diskothek gegen die Bestimmungen vertößt, muss sie mit empfindlichen Bußgeldern rechnen“, so Siegmann.

Bott ist sich dieser Regelung bewusst. Dennoch bleibt die Frage nach der Anzahl der Betreuer streitig. „Es war für jeden Jugendlichen ein Betreuer vor Ort“, sagt Bott. Außerdem sei die Gruppe anschließend ins Double You in Lachendorf gefahren, wo sie ohne Probleme eingelassen wurde. Das Verhalten des Inkognito-Personals sei deshalb unverständlich: „Es ist ein unglaublich, dass es notwendig ist, eine Gruppe anzukündigen, in der sich Jugendliche mit Migrationshintergrund befinden. Dass aber selbst danach eine Zurückweisung erfolgt, ist zusätzlich noch unverschämt und frech.“

Von Birte March