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Celle Stadt In der Gastronomie herrscht überwiegend Frust
Celle Aus der Stadt Celle Stadt In der Gastronomie herrscht überwiegend Frust
19:57 21.06.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

„Wir hatten gut zu tun“, freute sich Christina Tiedt, Leiterin des Café Rössli am Brandplatz. „Nur die Tage vorher waren schlecht, dadurch dass die Innenstadt gesperrt war.“ Insbesondere am Sonntag sei das Geschäft gut gewesen. Unterm Strich habe sie eine deutliches Plus verzeichnet.

„Ein großer Aufwand für einen normalen Umsatz am Wochenende“, bilanzierte Holger Strohschein vom Café Wichtig am Heiligen Kreuz. Am Freitag und Sonnabend sei das Tagesgeschäft eher bescheiden gewesen, abends dann besser. Der Sonntag sei sehr gut gelaufen, sagte Strohschein. „Da war richtig viel los. Wir hatten gut zu tun.“ Bitterer Beigeschmack seien jedoch die Sondernutzungsgebühren für die Außenbestuhlung und die ausgebliebene Kundschaft in den Tagen vor dem Fest gewesen.

Frust herrscht beim Eiscafé Dolomiti. „Das war tote Hose komplett“, kommentierte Mit-Inhaber Vittori Majer das Geschäft an den Festtagen. „Ein normaler Freitag oder Sonnabend wäre für uns besser gewesen.“ Die Kulturmeile sei nicht gerade der beste Publikumsmagnet gewesen, meinte Majer. Und am Sonntag hätten sich die Kunden draußen hingesetzt, einen Kaffee getrunken und das Treiben verfolgt – allerdings auch für längere Zeit den Sitzplatz belegt.

Besonders sauer ist Azher Sahi, Inhaber des indischen Restaurants Taj Mahal Tandoori am Kleinen Plan. Er fühlte sich von Bratwurst- und Fischbuden, Crêpes-Ständen, diversen Zelten und Bierwagen förmlich „eingemauert“. Das Geschäft sei schlechter als einem normalen Wochenende gewesen. Sahi prognostizierte ein Minusgeschäft und klagte über das Bühnengramm. Lediglich am Sonnabend sei es mit der NDW-Party und Sydney Youngblood attraktiv gewesen. „Es wäre besser gewesen, gar nicht zu öffnen“, sagte er. Er habe auch kein Verständnis dafür, kleine Gastronomen mit ihren Buden extra nach Celle zu holen und damit der hiesigen Gastronomie das Leben schwer zu machen. Aus einem anderen Restaurantbetrieb hieß es diesbezüglich: „Die Gerüche der Buden zogen bis zu uns in die Küche. Schon davon ist man satt geworden.“

Unzufrieden ist auch Claudio Visenti vom Eiscafé Venezia in der Mauernstraße. Rechne er alles zusammen, werde es auf ein Minusgeschäft hinauslaufen, sagte Visenti. „Ein normaler verkaufsoffener Sonntag wäre für uns besser gewesen.“

„An einem solchen Tag wird nicht viel verkauft. Da wollen die Leute feiern“, sagte der Vorsitzende des Citymanagement-Vereins Peter Klein. Dennoch sei der Tag der Niedersachsen eine gute Werbung für die Stadt und den Einzelhandel gewesen.