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Celle Stadt In Australien verunglückt: Arzt hinterlässt große Lücke in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt In Australien verunglückt: Arzt hinterlässt große Lücke in Celle
18:31 24.04.2014
Von Gunther Meinrenken
Dr. Felix Marquardt
Dr. Felix Marquardt Quelle: cz
Celle Stadt

Es war der lang geplante Urlaub. Dr. Felix Marquard, seine Frau und seine beiden Söhne hatten sich auf den Weg nach Australien gemacht. Sie besuchten ihre Tochter, die dort als Aupair-Mädchen arbeitet. Mit dem Wohnmobil machten sich alle auf den Weg, um gemeinsam das Land zu erkunden. Doch der Trip nach Australien endete tragisch: Bei Mount Richmond stieß der Wagen der Celler Familie mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Marquard verstarb noch an der Unfallstelle. Zwei seiner Kinder und seine Frau wurden zum Teil schwer verletzt.In Celle hat sich die Nachricht vom Unfalltod Marquards wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Angehörige, Freunde und Kollegen sind geschockt. „Marquard hat die Medizin-Landschaft in Celle und Umgebung über viele Jahre entscheidend mitgeprägt“, erklärten Dr. Uwe de Groot und Professor Dr. Stephan Hollerbach vom Ärzteverein Celle. Bekannt ist Marquard Tausenden von Patienten durch seine Praxis für Onkologie und Hämatologie am Neumarkt, die er 2004 gegründet und mit seiner Frau geführt hatte.„Damit wurden medizinische Lücken in Stadt und Landkreis durch das erstmalige Angebot einer spezialisierten, ambulanten Krebs-Medizin vor Ort gefüllt. Seine Schwerpunkt-Praxis entwickelte sich zur Anlaufstelle aller mit Krebserkrankungen befassten Fachpraxen und zu einem der engsten Kooperations-Partner der Kollegen im AKH in Celle“, sagte Hollerbach, der am AKH Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie ist.Täglich habe man Kontakt zur Praxis gehabt, die Patienten, die entlassen wurden, zur weiteren ambulanten Behandlung empfohlen wurde. Auf der anderen Seite seien immer wieder Patienten für spezielle Ultraschalluntersuchungen oder endoskopische Eingriffe ans AKH überwiesen worden. „Marquard hinterlässt eine große menschliche und fachliche Lücke in Celle, die nicht so einfach wieder geschlossen werden kann“, so Hollerbach.„Das ist für uns ein schwerer Schlag, fachlich, aber vor allem auch persönlich“, sagte Dr. Jan Titgemeyer, der 2009 in die Praxis am Neumarkt als Partner eingetreten war. Kein Tag vergehe, an dem nicht Patienten anriefen, um ihr Beileid auszusprechen und um sich zu erkundigen, wie es weiterginge.Mehr als Tausend Patienten im Quartal werden in der Praxis behandelt. Das Einzugsgebiet reiche vom Raum südlich von Uelzen bis zur ehemaligen DDR-Grenze und bis hin nach Burgdorf und Schwarmstedt im Westen. Dr. Titgemeyer hat bereits dafür gesorgt, dass die Versorgung der Patienten sichergestellt ist, zumal auch Dr. Cordula Sammler weiterhin als Ärztin in der Praxis tätig ist. „Bis Ende August haben wir kompetente Fachärzte für Onkologie und Hämatologie gefunden, die die Versorgung der Patienten mit gewährleisten werden“ so Dr. Titgemeyer. Geplant sei, die Praxis ab Oktober wieder mit einem festen Partner zu führen.