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Celle Stadt Improvisieren ist Trumpf: „Hänsel und Gretel“ in fünf Sekunden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Improvisieren ist Trumpf: „Hänsel und Gretel“ in fünf Sekunden
19:03 20.06.2010
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Improvisieren ist Trumpf: „Hänsel und Gretel“ in fünf Sekunden

CELLE (mr). „Hänsel und Gretel“ in fünf Sekunden? Oder acht Gefühle in drei Minuten? Kein Problem für die vier jeweils dreiköpfigen Theatergruppen, die am Sonnabend beim 3. Niedersächsischen Improvisationstheater-Cup mit viel Witz und Spielfreude in einem Zirkuszelt auf dem Celler Schlossplatz gegeneinander antraten. Das Publikum – knapp 200 Kinder und Erwachsene – fungierte nicht nur als Jury, das durch lautstarken Applaus, Füßetrampeln und Rufen den Sieger erkor. Es musste den Laienschauspielern auch die Themen vorgeben. Organisator des Wettbewerbs war die „Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen“ (LKJ), die vor 30 Jahren gegründet worden war.

Der Vorteil für die Darsteller bei diesem ungewöhnlichen Wettstreit: Sie brauchten keinen Text vorzubereiten. Der Nachteil: Sie mussten sich blitzschnell auf neue Situationen und ständig wechselnde Mitspieler einstellen. Das erforderte nicht nur viel Fantasie und Flexibilität, sondern vor allen Dingen äußerste Konzentration. Als Requisiten standen den jungen Darstellern nur ein paar Stühle zur Verfügung – die sich aber in der Vorstellung der Schauspieler und der Zuschauer schon einmal in Reitpferde verwandeln konnten.

Sieger wurde die hannoversche Gruppe „5te Dimension“. Sebastian Barnstorf, Benjamin Hartwig und Ralph Peters – Letzterer stammt übrigens aus Hambühren – schafften es, aus den vorgegebenen Stichworten „Keller“, „Müller“ und „Ball“ eine atemberaubend komische Geschichte zu fabrizieren. Auch für die Kombination der Themen „Käsetheke“, „Western“, „Rap“ und „Langeweile“ war ihnen Szenenapplaus sicher. Denn eines hatten die Zuschauer bei ihren Darbietungen gerade nicht: Langeweile. Kurzweil bot auch die zweitplatzierte Gruppe, die „Improkokken“ – ebenfalls aus Hannover. Ihr machte es sichtlich Spaß, das Märchen „Hänsel und Gretel“ zunächst in einer ausführlichen Fassung – das heißt in wenigen Minuten– und zum Schluss in fünf Sekunden zu spielen. Dass manchmal die Mikrophone nicht richtig funktionierten, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Den dritten Platz teilen sich die Gruppen „Hannover 98“ und „Sportfreunde Haseglück“ aus Osnabrück.

Als beste Improvisationstheater-Gruppe Niedersachsens ausgezeichnet: die „5te Dimension“ aus Hannover.

Sie erreichte den zweiten Platz: die Gruppe „Improkokken“ aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Fotos: Friesenborg

Von Michael Regehly