Impfung gegen Influenza

Das sagen Experten aus Celle zum Grippeschutz

Mit Beginn des Herbsts startet die Erkältungssaison. Experten erwarten mehr Infekte. Auch der Schutz gegen Grippeviren sollte nicht vernachlässigt werden.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 22. Sept. 2021 | 11:59 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 22. Sept. 2021 | 11:59 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die Erkältungssaison. Wenn es kühl ist und sich das Leben meist drinnen abspielt, zirkulieren Viren besonders gut. Die vergangene Influenza-Saison ist in der Corona-Pandemie aufgrund der strengen Kontaktbeschränkungen und der Maskenpflicht fast ausgeblieben, doch das könnte dieses Jahr wieder anders aussehen.

Celler Apotheken verkaufen mehr Erkältungsmedikamente

In den Celler Apotheken ist der Beginn der kalten Jahreszeit bereits zu spüren. „Die Nachfrage nach den Erkältungsmedikamenten steigt langsam wieder an", verrät Bezirksapothekerin Bianca Uekermann. „Durch die Hygienevorschriften erkrankten die Menschen im vergangenen Jahr viel weniger als gewohnt. Insofern ist unser Immunsystem ein bisschen aus der Übung gekommen." Den Impfstoff gegen Grippe hat die Inhaberin der Celler Mohrenapotheke bereits im Frühjahr bestellt. „Die erste Impfstofflieferung erreichte uns letzte Woche. Somit ist unser Lager schon gut bestückt. Weitere Lieferungen folgen. Da wir uns am Anfang der Grippe-Saison befinden, ist die Nachfrage noch gering."

Kein Run auf Grippeschutzimpfung befürchtet

Von einem neuerlichen Run auf den Grippeschutz geht Allgemeinmediziner Rolf Meyer-Grabitz unterdessen nicht aus. „Wenn ich mich ans vergangene Jahr erinnere, da haben sich die Leute ja nach dem Verspechen Jens Spahns, es sei für jeden Impfstoff da, beinahe um die Dosen geprügelt", sagt er. „So schlimm wird es wohl nicht werden." Mehr Nachfrage als in den Jahren vor Corona erwartet er allerdings, genauso wie Ralf Aring, Celles Kreisstellensprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN): "Die Nachfrage ist deutlich höher als in 'normalen' Jahren. Durch Corona ist die Impfbereitschaft breiter Bevölkerungsteile deutlich gestiegen." Eine Impfstoffknappheit befürchtet er aber nicht. "Impfstoffe sind in ausreichender Menge vorhanden."

Mangel an Impfstoff bestimmte Herbst 2020

Im Herbst 2020 herrschte deutschlandweit Mangel am Influenza-Impfstoff. Eine Impfkampagne der Bundesregierung rief damals zur Impfung auf, da die zweite Corona-Welle an Schwung aufnahm und es zu dem Zeitpunkt noch keine Immunisierung gegen Covid-19 gab. Eine Doppel-Infektion mit Grippe und Corona sollte unter allen Umständen vermieden werden. „Trotzdem ist auch in diesem Jahr eine möglichst komplette Durchimpfung aller Risikopatienten wichtig", betont Detlef Haffke, Sprecher der KVN.

Mediziner erwarten eher milde Grippesaison

„Generell ist ab Oktober eine Impfung zu empfehlen, aber auch im November und Dezember ist ein guter Zeitpunkt für die Impfung. Die richtige Grippesaison beginnt in Deutschland üblicherweise um den Jahreswechsel herum." Aufgrund der noch immer angewandten AHA-Regel erwarten die Mediziner aber auch in diesem Winter eine eher milde Grippesaison.

Corona- und Grippeimpfung sind zwei verschiedene paar Schuhe

Vor dem Irrglauben, dass eine Grippeschutzimpfung nicht mehr so dringend notwendig sei, wenn man sich doch schon gegen Corona hat immunisieren lassen, davor warnt Mediziner Meyer-Grabitz. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Arten von Virus. Der Impfstoff gegen Corona hat keinerlei Wirkung auf die Influenza, umgekehrt genauso wenig." Nach Angaben von Detlef Haffke wird die Ständige Impfkommission diesbezüglich in den kommenden Tagen noch eine neue Empfehlung aussprechen. „Bislang war der Tenor, dass zwischen Corona- und Grippeimpfung 14 Tage Abstand eingehalten werden müssen. Nun soll die neue Empfehlung aber dafür plädieren, durchaus auch beide Impfungen an einem Tag in der gleichen Praxis durchführen zu lassen", so der KVN-Sprecher.