Ideen für naturnahe Ecken

Cellerinnen zeigen Alternativen zum Schottern

Expertinnen aus Celle von Familienbildungsstätte und Nabu zeigen anspruchslose Alternativen zum Schottern. Naturnahe Ecken im Garten haben Charme.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Mai 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Mai 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Der Löwenzahn darf da ruhig wohnen“, sagt eine Teilnehmerin des Treffens in der Celler Familienbildungsstätte, bei dem es um naturnahe Ecken im Garten geht. „Jeder kennt es: Es gibt Ecken im Garten zum Schwärmen und einige Eckchen, die sich über ein paar neue Pflanzen und Ideen freuen“, formulierten Sabine Grünheit-Rakowski und Sabine Hantzko von der Familienbildungsstätte ihre Einladung an Interessierte, über naturnahe Ecken im Garten nachzudenken und Ideen und Praxisbeispiele auszutauschen.

Mit ihrem Fachwissen und Tipps aus der Praxis dabei war auch Gärtnerin Gaby Hartmann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), die sich um eine Parzelle des Nabu in der Kleingartenkolonie Hospitalwiesen kümmert. Gut sei eine bunte Mischung verschiedener Arten, heißt es.

Die rund 17 Millionen Gärten in Deutschland bieten eine Chance, im Sinne der Artenvielfalt tätig zu werden. Naturschutz kann und muss vor der eigenen Haustür, im eigenen Garten beginnen, denn wir wissen, dass unsere Natur bedroht ist. Schließlich sterben täglich bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus, wodurch ein Verlust der Biodiversität entsteht. Das wissen wir, wenn wir vom Artensterben und der Klimakrise hören.

Deshalb sind immer mehr Menschen bereit, sich selbst durch eigenes Handeln einzubringen und im eigenen Garten Ecken als Oasen für heimische Tiere und Pflanzen zu schaffen und so die Artenvielfalt nachhaltig zu fördern. „Klimaschutz, Artenschutz und Naturschutz fangen im Kleinen an – jeder kann seinen Beitrag dazu leisten und der Natur ein Zuhause geben“, betont der Nabu.

Der Fokus des Treffens liegt auf anspruchslosen, heimischen Pflanzen und soll eine grüne Alternative zum Schottern aufzeigen. „Auch soll der Frage nachgegangen werden, welche Pflanzen unsere heimischen Insekten benötigen“, sagt Sabine Hantzko. „Nachhaltige Pflanzungen mit ausgewählten robusten Pflanzen, Stauden oder Blumenzwiebeln können mitunter sogar pflegeleichter sein.“

Zwischen Schatten und Sonne und sandigen und lehmigen Böden ist eine Vielzahl von Pflanzen möglich, die eine naturnahe Ecke im Garten schaffen könnte. Als Beispiele wurden die Nachtviole, die gelbe Skabiose, die Mahonien, der Frauenmantel, der Fingerhut, die Eselsdistel oder auch Spierstrauch genannt. Auf kleine und große Schritte zur Umgestaltung des Gartens in naturnahe Lebens- und Erholungsräume für Mensch und Tier wurde aufmerksam gemacht. „Das geht auch ohne viel Geld und schon gar nicht mit Versiegelung des Bodens!“

Wertvolle Pflanz- und Pflegetipps

Mit wertvollen Pflanz- und Pflegetipps half Gärtnerin Gaby Hartmann den interessierten Gartenbesitzern: Den Pflanzboden gut vorbereiten mit Humus und Bentonit, lieber nicht so oft bewässern, dafür aber intensiver.

Schön sei es, wenn die einzelnen Pflanzen nacheinander blühen. Vielfach würden trockene Blüten als nicht so attraktiv angesehen, da sei aber ein Umdenken angesagt, hieß es in der kleinen Runde. Und: „Was eingeht, schafft Platz für was Besseres. Mit den Bedingungen, die hier herrschen, müssen die Pflanzen klarkommen!“ Aber auch: „Folien sind der Tod des naturnahen Gartens“, wurde gesagt.

Gedankenaustausch mit kleiner Pflanzenbörse

Schließlich endete der Gedankenaustausch mit einer kleinen Pflanzenbörse, in der Ableger und selbst gezüchtete Pflänzchen angeboten und gern mitgenommen wurden.

Mögen die Oregano-Pflanzen, die Wald-Erdbeeren, die Gelenkblume der Frauenmantel und auch die Nachtivole gute Bedingungen finden und so wertvolle Beiträge zu naturnahen Ecken in Gärten leisten.

Das nächste Treffen wird im kommenden Frühjahr stattfinden; im Herbst kann man sich über erste Pflanzerfolge austauschen.

Von Lothar H. Bluhm

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