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Celle Stadt Hölty-Musiker bieten Fest für die Sinne
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hölty-Musiker bieten Fest für die Sinne
17:28 22.12.2015
Celle Stadt

Ein Weihnachtskonzert als Fest für die Sinne: In neun unterschiedlich zusammengesetzten Ensembles versetzten die Schülerinnen und Schüler des Hölty-Gymnasiums unter der Leitung von Egon Ziesmann und Annika Weiß ihr Publikum am Montag in der Pauluskirche in unbeschwerte Weihnachtsstimmung. Neben den wechselnden Chören „Vokalini“, „Young Voices“ und „Vocale finale“ sowie den Blech- und Holzbläser-Ensembles sorgten auch ein Lehrer-Chor und das „Bach-Ensemble“ für Fröhlichkeit, aber immer wieder auch für besinnliche Momente. Mit den Worten „Ein bisschen weihnachtliche Stimmung kommt auch über die Stille“ hatte Ziesmann zu Beginn darum gebeten, immer erst am Ende eines Programmblocks zu applaudieren. Und ausnahmslos hielt sich das Publikum in der voll besetzten Kirche daran und trug damit auf seine Weise zum Gelingen dieses an Höhepunkten reichen Konzertes bei.

Traditionell hatte Ziesmann neben eigenen Beiträgen auch zahlreiche internationale Chorsätze und Instrumentals in das Programm eingebunden, das dadurch mehr als nur einen Hauch von großer weiter Welt erfuhr. Denn auch die Weihnachtslieder aus Spanien, England und Frankreich waren keineswegs auf pure Oberflächen-Brillanz angelegt und einfach nur funkelnd und glitzernd eingerahmt, sondern erklangen durch abwechslungsreiches Changieren mit vokaler und instrumentaler Tonmalerei als ebenso farbenfroh gestaltete Weihnachtsbotschaften wie die deutschen Beiträge. Da wurden Ohrwürmer wie „Mary’s Boy Child“ effektvoll und mit bewegtem rhythmischen Duktus vorgetragen, der Klassiker „Es ist ein Ros’ entsprungen“ durch lautmalerische Stille verziert, und der über 400 Jahre alte Choral „Es kommt ein Schiff geladen“ erklang in einer zeitgeistig gefühlvollen Symbiose aus Strenge und Poesie. So erschienen die Interpretationen, gerade weil sie frisch und modern dargeboten wurden, weit entfernt von dem Kitsch und Konsum, der in unserem Kulturkreis in zunehmendem Maße in der Vorweihnachtszeit zu erleben ist.

Die Vorträge der Chöre und Instrumentalisten bestachen durch einen Reichtum an Genres und Finessen. Ob ausgewählte Kleinode oder Mainstream – die motivierten jungen Interpreten boten eine Demonstration kreativer und zeitgemäßer musikalischer Ausdrucksfreude. Dabei gelang es ihnen, die klangfarblichen und dynamischen Möglichkeiten lebendig pulsierend auszuloten. Und dass die Mädchen und Jungen mit ganzem Herzen dabei waren, ließen sie die begeisterten Zuhörer immer wieder deutlich spüren.

Von Rolf-Dieter Diehl